Eine Zusammenfassung richtig schreiben

Die Zusammenfassung macht es möglich sich mit Inhalten aus einem Text zu beschäftigen, ohne eine tiefergehende Analyse machen zu müssen. Das Resultat ist ein besseres Verständnis für die im Text geschilderten Prozesse und eine intensiviere Einprägung des Inhalts. Im akademischen Raum spricht man gerne auch von Exzerpten. Diese liefern einen wichtigen Beitrag bei der zeitsparenden Kommunikation über Sachtexte.

Zusammenfassung

Gemeint ist damit das Eindampfen (also exzerpieren) der wichtigen Bestandteile eines Ausgangstextes, zu einem dichteren und prägnanteren Text. Diese Methode wird übrigens auch gerne als Hilfe für das Textverständnis vor dem Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit angewandt. Der folgende Artikel soll Ihnen in Form einer Anleitung ein paar Informationen an die Hand geben, die Ihnen dabei helfen werden eine Zusammenfassung so zu verfassen, dass sie ihren Zweck nicht verfehlt.

Wie sollten Sie am besten mit der Zusammenfassung anfangen?

Als erstes steht natürlich die Organisation des Textes. Wenn Sie diesen bereits parat haben, dann können Sie ihn nun einmal intensiv lesen. Es ist sinnvoll in dieser Phase auf Unterstreichungen und Notizen zu verzichten. Das liegt daran, dass Sie sich jetzt, da Sie den Text noch gar nicht kennen, schnell durch andere Tätigkeiten aus dem Lesefluss bringen lassen. Es gibt Verfechter der Einstellung, dass es produktiv sei, bei jedem lesen einen Stift zur Hand zu haben. Es ist allerdings ratsam, sich erst einen Eindruck von dem Text zu machen. Das hat folgende Vorteile:

  • Sie unterbrechen den Lesefluss nicht und sparen dadurch Zeit und schonen Ihr Konzentrationsvermögen.
  • Sie können beim zweiten Durchgang Probleme und Unklarheiten des Textes besser verstehen und bleiben nicht beim Notieren an Überlegungen hängen, die Sie nicht verstehen, weil Sie den Rest des Textes noch nicht kennen.
  • Sie notieren weniger, weil Sie einen Teil bereits verinnerlicht haben.

Wenn Sie nun das erste Mal durch den Text gekommen sind, können Sie sich ein weißes Blatt Papier nehmen und versuchen grob zu umreißen, was Sie da eigentlich gerade gelesen haben. Dieser Schritt ist kein Muss, kann aber helfen, sich darüber klar zu werden, wie gut man den Text aufgenommen hat. Dabei kommt es nicht auf die genaue Reihenfolge an. Ebenso soll es keine vollständige Inhaltsangabe werden. Brain-stormen Sie einmal, was hängengeblieben ist. Ist das Ergebnis halbwegs befriedigend, dann können Sie eine kurze Pause einlegen und dann nach dieser kurzen Unterbrechung wieder mit einem Lesedurchgang beginnen.

Den Text der Zusammenfassung ein weiteres Mal lesen

Nun wappnen Sie sich mit Stiften in verschiedenen Farben. Das Ganze hat den Zweck, Thesen und Argumente, sowie problematische Stellen aus dem Inhalt kenntlich zu machen. Wichtig ist, dass sich die Farben stark unterscheiden, sodass schnell erkannt werden kann, was These, Argument oder Problem ist. Sie können auch mehr als drei Farben nutzen. Legen Sie vor diesem Lesedurchgang allerdings vorher fest, was die jeweilige Farbe bedeuten soll. Markieren Sie auch jeden semantischen Abschnitt (Sinnabschnitt), sodass Sie wissen, wann der Autor einen Gedanken abgeschlossen oder zurückgestellt hat. Diese Vorgehensweise ist vor allem für Sachtexte gut geeignet. Im Falle von narrativen Texten (zum Beispiel einer Kurzgeschichte) ist es ebenfalls hilfreich, mit vielen Farben zu arbeiten. Es macht viel Sinn, wichtige Aspekte zu Handlung und Personen zu markieren und Einleitung, Hauptteil sowie Schlussteil kenntlich zu machen. Auch wichtige literarische Motive und rhetorische Stilmittel sollten markiert werden. Es kann auch helfen Perspektivwechsel (zum Beispiel direkte und indirekte Rede) anzustreichen, ist für das inhaltliche Verständnis allerdings nicht unbedingt notwendig. Versuchen Sie nicht jeden Satz zu markieren. Es hilft später sehr, wenn man sich schon jetzt auf das Wesentliche besonnen hat.

Exzerption – Dampfen Sie die Informationen ein

Nach dem zweiten Lesedurchgang können Sie nun durch Überfliegen oder durch wiederholtes Lesen nah am Text das herausschreiben, was Sie mit den Stiften markiert haben. Achten Sie auf prägnante und kurze Stichpunkte und versuchen Sie nicht, die im Text geschilderten Prozesse oder Handlungen zu rekonstruieren. Die Liste mit diesen Punkten soll nur eine Übersicht geben. Der Trick ist es, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Punkte dem Autor wichtig waren. Versuchen Sie nur das in die Gliederung aufzunehmen, was Sie brauchen, um einer Person, die das Thema nicht kennt, verständlich machen zu können, was im Text thematisiert wird.

Textproduktion – die Fakten zusammenfassen

Nun haben Sie das wichtigste exzerpiert und der Reihenfolge des Textes gemäß notiert. In diesem nächsten Schritt fangen Sie mit dem Schreiben an. Beginnen Sie mit einer Einleitung. Nennen Sie Titel und Autor und erklären Sie, was im Folgenden passieren wird. Halten Sie sich aber nicht zulange mit diesem einführenden Abschnitt auf. Halten Sie sich immer Prologe von längeren Werken vor Augen. Diese sind meistens nur wenige Seiten lang, während das gesamte Werk durchaus mehrere hundert oder gar tausend Seiten umfassen kann.

Beginnen Sie im Hauptteil mit der ungefähren Darstellung der Argumente, die der Autor anführt, um seine Thesen zu belegen. Versuchen Sie aber trotzdem nicht zu nah am Originaltext zu sein. Rekonstruieren Sie nur wirklich wichtiges. Bei einem narrativen Text können Sie erst mit einer Schilderung des Inhalts und dann nacheinander auf Charaktere, Stilmittel, Zeitform oder andere Details eingehen, die Sie für das Verständnis der Erzählung als wichtig erachten.

Was sollten Sie in der Zusammenfassung vermeiden?

Ein häufiger – wenn man so will – „Fehler“ ist es, bei der Wiedergabe des Textes die eigene Meinung einfließen zu lassen. Das ist bei einer bloßen Zusammenfassung allerdings unangebracht, denn der Sinn Ihres Textes ist die schlichte Rekapitulation der Geschehnisse im Text. Sie wollen nur einen Überblick über den Inhalt geben.

Es gibt Textformen in denen eigene Gedanken und Kommentare durch Argumentationen eingebracht werden können. Diese heißen Essays, sind aber etwas ganz anderes als die Textform, mit der wir es hier zu tun haben. Auch Interpretationen und Deutungen von Stilmitteln, Handlungen oder Erzählperspektiven gehören nicht in eine Zusammenfassung. Auch analytische Überlegungen stellen sich in diesem Zusammenhang problematisch dar. Allerdings kann eine analytische Sichtweise, bei der Rekonstruktion von Konklusionen sehr hilfreich sein. Es sollte dabei aber unbedingt vermieden werden, dem Autor in irgendeiner Weise beizupflichten oder ihn anzufechten. In einem solchen Fall würden wir uns wieder im Bereich der Meinungen und Interpretationen bewegen.

Dann ran an die Arbeit!

Mit diesen Tipps sollten Sie die nächste Zusammenfassung im Deutsch- oder Englischunterricht oder an der Universität mühelos schaffen. Viele weitere Internetseiten bieten kurze Hilfestellungen. Studenten, die sich gezielt über das Exzerpieren informieren wollen, können hier nachschlagen. Viel Erfolg!

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