Referat – der Weg zum gelungenen Vortrag

In vielen Studiengängen werden neben rein schriftlichen Leistungen (Seminararbeiten und Klausuren) auch Referate erwartet. Nun behagt es vielen Menschen gar nicht, vor einer größeren Gruppe möglicherweise völlig unbekannter Personen frei zu sprechen. Das lässt sich aber mit einigen kleinen Tipps und Tricks gut in den Griff kriegen. Hier ist Ihr gelungenes Referat.

Referat

Themenwahl eines Referats

Bei Referaten an Universitäten werden in der Regel von den Dozenten Themenlisten bereitgestellt, aus denen die Studenten wählen können. Man sollte sich auf alle Fälle rechtzeitig um ein Thema bemühen. Interessante und gut zu bearbeitende Fragestellungen sind oft sehr schnell vergeben.

Vorbereitung zum Referat

Grundsätzlich unterscheidet sich die Vorbereitung eines Referats nicht von der Vorbereitung einer Seminararbeit, auch wenn das Ergebnis natürlich ein anderes ist. Referate sind üblicherweise deutlich kürzer und das Thema ist sehr viel begrenzter. Als erstes werden die relevanten Quellen gesichtet und eingeordnet. Hieraus entwickeln Sie dann den roten Faden Ihrer Argumentation. Wie hier genau vorgegangen werden muss, ist je nach Thema und Fachgebiet unterschiedlich. Das nötige Rüstzeug sollte aus den Einführungsveranstaltungen zu Beginn des Studiums bekannt sein. Treten Schwierigkeiten auf (z.B. weil die Quellenlage dürftig ist oder das Thema zu „groß“ wird), sollte das Gespräch mit dem Dozenten gesucht werden.

Gliederung eines Referats

Im Allgemeinen gliedert sich ein Referat in vier Teile.

  1. Einleitung
    Die Einleitung gibt einen ersten Überblick. Gehalten werden darf sie durchaus in lockerem Tonfall (so es sich aufgrund des Themas nicht verbietet). Hier darf auch kurz das persönliche Interesse erklärt oder auf aktuelle Ereignisse Bezug genommen werden. Ein guter Einstieg kann auch eine Frage an das Publikum sein. Ziel ist es, die Zuhörer für das Thema zu interessieren.
  2. Hauptteil
    Hier wird die eigentliche Argumentation entwickelt, wesentliche zum Thema gehörige Sachverhalte dargestellt und auf unterschiedliche Aspekte und Standpunkte hingewiesen.
  3. Resümee
    Das Resümee fasst die bisherige Darstellung in zwei bis drei Sätzen zusammen und gibt einen kurzen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen. Nicht vergessen sollte man, sich beim Publikum für die Aufmerksamkeit zu bedanken.
  4. Fragerunde
    Den Abschluss bildet eine kurze Fragerunde, um den Zuhörer Gelegenheit zu geben, sich zu äußern.

Dieser Teil bereitet Anfängern oft das meiste Kopfzerbrechen. Bei guter Vorbereitung besteht dazu aber eigentlich kein Anlass.

Vortrag

Das Referat sollte in freier Rede gehalten werden. Das bedeutet nicht, dass man nun sämtliche Sachverhalte auswendig wissen müsste – geschweige denn auswendig gelernt haben sollte – sondern dass man die Formulierungen während des Vortrags frei wählt.

  • Als Hilfsmittel dazu haben sich jeweils mit drei – vier Stichworten beschriftete Karteikarten bewährt, die alle wesentlichen Informationen zum Thema enthalten.
  • Der Vorteil der freien Rede ist ein erheblich lebendigerer Sprachstil, der für die Zuhörer den Vortrag wesentlich interessanter macht. Auch kann beim freien Vortrag besser auf Rückmeldungen aus dem Publikum eingegangen werden. Was unbedingt vermieden werden sollte, ist das Ablesen eines fertig formulierten Texts.
  • Achten Sie auf Ihr Publikum und halten Sie Blickkontakt mit Ihren Zuhörern. So können Sie sehen, was gut verstanden wurde und an welchen Stellen eventuell noch einige erklärende Sätze von Nöten sind.
  • Man sollte darauf achten nicht zu schnell zu sprechen, ungeübte Referenten tendieren dazu geradezu durch ihren Vortrag zu hasten. Das ist für die Zuhörer anstrengend und erschwert das Verständnis. Orientiert man sich an einem Sprechtempo, das man selber als etwas zu langsam empfindet, liegt man normalerweise richtig.
  • Sollten Sie sich während Ihres Vortrags doch mal verheddern, ist das kein Beinbruch. Selbst sehr versierten Redner passieren solche Pannen. Es besteht kein Grund zur Panik, machen Sie einige Sekunden Pause und nehmen Sie den Faden dann wieder auf.

Die meisten Anfänger sind vor einem Vortrag etwas aufgeregt, das ist völlig normal. Um etwas ruhiger zu werden, nehmen Sie sich vor Beginn einige Augenblicke Zeit und gehen Sie Ihren Vortrag anhand der Karteikarten noch mal durch.

Präsentationen und andere Hilfsmittel

Sinnvoll ist es, das Referat mit Präsentationen (erstellt z.B. mit Power Point oder vergleichbarer Software) zu unterstützen. Hier werden die wesentlichen Zahlen und Fakten in Stichworten dargestellt. Auch erläuternde Grafiken und Organigramme finden hier ihren Platz.

Anstelle solcher Präsentationen, können auch Folien für den Projektor eingesetzt werden. Wovon letztlich Gebrauch gemacht wird, hängt von den persönlichen Vorlieben und natürlich von der verfügbaren technischen Ausstattung ab. Man sollte unbedingt darauf achten diese Präsentationen nicht zu überfrachten. Sie dienen als Ergänzung des mündlichen Vortrags und sollen ihn nicht ersetzen.

Geübte Referenten schreiben während ihres Vortrags meist Stichworte und Zahlen an der Tafel an, auch damit kann man seinen Vortrag natürlich unterstützen. Anfänger sollten davon allerdings absehen und lieber mit vorbereiteten Materialien arbeiten.
Alternativ (oder ergänzend) können Sie auch Handzettel verteilen. Auch hier sollten keine ausformulierten Sätze, sondern lediglich Stichworte aufgeführt werden. Sie wollen Ihr Publikum nicht ablenken, sondern beim Folgen Ihres Referats unterstützen.
Zusätzlich können, ein geeignetes Thema vorausgesetzt, auch kurze Audio- oder Videosequenzen sowie Bildmaterial eingesetzt werden. Der Inhalt wird dadurch anschaulicher und für das Publikum auch interessanter. Aber auch hier ist eine gewisse Zurückhaltung gefragt.
Egal für welche Hilfsmittel Sie sich entscheiden, behalten Sie stets im Blick, dass Ihr Referat die Hauptsache ist.

Übung macht den Meister

Sie sollten Ihr Referat einige Male vorher üben. Eine gute Idee ist es, dabei eine Uhr mitlaufen zu lassen, so kann sicher gestellt werden, dass man innerhalb der Zeitvorgaben bleibt. Ebenfalls gut ist es, dass Referat vorab vor Freunden oder Familie zu halten und Anregungen und Kritik einzuholen.
Nach zwei oder drei Probedurchläufen stellt sich üblicherweise die notwendige Sicherheit ein, das Referat auch vor einer größeren Gruppe flüssig halten zu können.

Handout zum Referat

In vielen Fällen muss neben dem mündlichen Vortrag noch ein Handout abgegeben werden. Dieses sollte eine knappe Dokumentation des Vortrags sein. Welche inhaltlichen und formalen Kriterien genau zu beachten sind, klären Sie am besten im Vorhinein in einem Gespräch mit dem Dozenten.
Werden diese Hinweise beachtet, sollte einem gelungenen Referat eigentlich nichts mehr im Weg stehen. Bedacht werden sollte auch, dass die Fähigkeit zur freien Rede stark übungsabhängig ist. Dinge die beim ersten Mal vielleicht noch etwas holprig liefen, sind beim zweiten oder dritten Mal in der Regel kein Problem mehr. Außerdem bieten viele Universitäten Trainingskurse, sollten also erhebliche Unsicherheiten bestehen, kann auch eine solche Veranstaltung besucht werden. Weiterführende Informationen und eine kurze Literaturliste finden sich hier.

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