Eidesstattliche Erklärung in der Bachelorarbeit: So geht's

Rechtlich gesehen ist die eidesstattliche Erklärung deine persönliche Garantie für die Einhaltung der guten wissenschaftlichen Praxis. Akademisch betrachtet schützt es den Wert von Hochschulabschlüssen, denn wenn Studierende ungestraft abschreiben könnten, würde dein hart erarbeiteter Bachelorabschluss massiv an Wert verlieren.

Was bedeutet die eidesstattliche Erklärung?

Die eidesstattliche Erklärung (oft auch Eigenständigkeitserklärung genannt) ist ein rechtlich bindendes Dokument am Ende deiner wissenschaftlichen Arbeit. Darin bestätigst du offiziell, dass du den Text vollständig selbstständig verfasst und alle verwendeten fremden Quellen korrekt angegeben hast.

Ein Verstoß gegen diese Erklärung hat weitreichende Konsequenzen. Deine Arbeit wird sofort mit der Note 5,0 (nicht bestanden) bewertet. In schweren oder wiederholten Fällen droht dir sogar die Zwangsexmatrikulation sowie in einigen Bundesländern ein hohes Bußgeld.

Universitäten verlangen diese Pflicht aus folgenden konkreten Gründen:

  1. Qualitätssicherung: die Sicherstellung, dass die Prüfungsleistung wirklich deine eigene kognitive Arbeit ist.
  2. Urheberrechtsschutz: die Vermeidung von rechtlichen Problemen durch unrechtmäßig übernommene Inhalte Dritter.
  3. Prüfungsrechtliche Absicherung: die Schaffung einer klaren rechtlichen Basis, um Täuschungsversuche eindeutig sanktionieren zu können.

Bestandteile einer eidesstattlichen Erklärung für die wissenschaftliche Arbeit

Eine gültige Erklärung folgt einem strengen formalen Aufbau. Wenn hier wichtige Elemente fehlen, kann das Prüfungsamt die Annahme deiner Arbeit verweigern. Hier sind die zwingend erforderlichen Textbausteine:

BestandteilErklärung
SelbstständigkeitserklärungDu erklärst, dass du die Arbeit allein und ohne fremde Hilfe geschrieben hast.
Quellenangabe-HinweisDu versicherst, dass du alle verwendeten Quellen vollständig angegeben hast.
Hinweis auf verbotene HilfenDu erklärst, dass keine unerlaubten Hilfsmittel (z. B. Ghostwriting) genutzt wurden.
Hinweis auf PrüfungsordnungTeilweise wird ein Verweis auf die gültige Prüfungsordnung verlangt.
Ort und DatumDiese Daten zeigen, wann und wo du die Erklärung unterschrieben hast.
Eigenhändige UnterschriftDie Erklärung muss von dir unterschrieben werden, um gültig zu sein.

Ort und Datum belegen den exakten Zeitpunkt der Gültigkeit deiner Aussage. Ein häufiger Fehler ist, das Datum der ersten Formatierung stehen zu lassen. Prüfe unmittelbar vor dem Druck, ob das Datum auf der Erklärung mit dem Tag der tatsächlichen Abgabe übereinstimmt. Die eigenhändige Unterschrift ist der wichtigste Teil der Seite, da ein abgetippter Name juristisch niemals ausreicht.

Wo gehört die eidesstattliche Erklärung in deiner Bachelorarbeit hin?

Die Positionierung dieses Dokuments ist strikt geregelt. Es ist buchstäblich das letzte Blatt Papier in deiner gesamten Bachelorarbeit.

Taucht die eidesstattliche Erklärung im Inhaltsverzeichnis auf? Da sie keine inhaltliche Relevanz für deinen wissenschaftlichen Text hat, wird sie weder nummeriert noch im Inhaltsverzeichnis gelistet. Sie wird erst nach dem Literaturverzeichnis und zwingend auch nach allen Anhängen (wie Interviewtranskripten oder großen Tabellen) eingefügt.

Vermeide den Fehler, die Erklärung vor dem Anhang zu platzieren. Das Prüfungsamt blättert immer ganz nach hinten, um deine Unterschrift zu prüfen, und sollte dort nicht erst durch seitenweise Rohdaten blättern müssen.

Eidesstattliche Erklärung: Uni-Vorlagen und Beispiele

Bevor du selbst einen Text verfasst, solltest du unbedingt die Richtlinien deiner Fakultät prüfen. Die meisten Universitäten geben eigene, verbindliche Vorlagen vor, die du exakt im vorgegebenen Wortlaut übernehmen musst. Falls deine Hochschule keine eigene Vorlage anbietet, kannst du dich an diesem typischen Mustertext orientieren.

Eidesstattliche Erklärung in einer Bachelorarbeit

Hiermit erkläre ich, Max Mustermann, an Eides statt, dass ich die vorliegende Bachelorarbeit mit dem Titel "Auswirkungen von Remote Work auf die Mitarbeitermotivation" selbstständig und ohne fremde Hilfe verfasst habe.

Ich habe keine anderen als die im Literaturverzeichnis angegebenen Quellen und Hilfsmittel verwendet. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus anderen Werken entnommen sind, wurden als solche kenntlich gemacht.

München, den 15. Mai 2024

[Eigenhändige Unterschrift]

Achte darauf, die Platzhalter für deinen Namen, den Titel deiner Arbeit, den Ort und das Datum vor dem Generieren der finalen PDF-Datei durch deine eigenen, korrekten Daten zu ersetzen.

Verwechslungsgefahr mit ähnlichen Begriffen

Im akademischen Umfeld schwirren viele formale Begriffe herum, die auf den ersten Blick das Gleiche bedeuten. Oft sorgen Bezeichnungen wie "eidesstattliche Versicherung", "ehrenwörtliche Erklärung" oder der "Sperrvermerk" für unnötige Verwirrung kurz vor der Abgabe. In den folgenden Unterkapiteln grenzen wir diese Begriffe genau voneinander ab, damit du zielsicher das richtige Dokument für deine Prüfungsordnung wählst.

Eidesstattliche Erklärung vs. Eidesstattliche Versicherung

Diese beiden Begriffe werden im Uni-Alltag oft synonym verwendet, weisen aber einen feinen juristischen Unterschied auf.

MerkmalEidesstattliche ErklärungEidesstattliche Versicherung
Juristischer StatusAllgemeiner, oft umgangssprachlicher Begriff an Hochschulen.Strenger juristischer Begriff (geregelt in § 156 StGB).
KonsequenzenPrüfungsrechtliche Strafen (Exmatrikulation, Note 5,0).Zusätzlich strafrechtliche Verfolgung durch Behörden möglich.
VerwendungStandard für Hausarbeiten und viele Bachelorarbeiten.Oft bei staatlichen Prüfungen, Staatsexamina oder Masterarbeiten gefordert.

Im Kontext von strengen Prüfungsordnungen ist die "Versicherung an Eides statt" die formal korrektere Variante.

Eidesstattliche Erklärung vs. Ehrenwörtliche Erklärung

Ein weiterer Begriff, der dir in Leitfäden begegnen kann, ist die ehrenwörtliche Erklärung.

Eine ehrenwörtliche Erklärung ist die Zusage "auf Ehrenwort", dass eine akademische Leistung selbstständig erbracht wurde. Sie hat historische Wurzeln im akademischen Kodex, ist aber juristisch weniger stark verankert als ein echter Eid.

In der Praxis vieler Hochschulen werden beide Begriffe absolut synonym verwendet, da sie denselben Zweck erfüllen. Sie bestätigen deine Eigenständigkeit beim Schreiben. Richte dich trotzdem beim Titel des Dokuments exakt nach dem Wording deiner Prüfungsordnung. Wenn dein Fakultätsleitfaden eine "ehrenwörtliche Erklärung" verlangt, nenne dein Dokument auch exakt so und ändere die Überschrift nicht eigenmächtig ab.

Eidesstattliche Erklärung vs. Sperrvermerk

Diese beiden Dokumente haben völlig unterschiedliche Aufgaben und dürfen unter keinen Umständen verwechselt werden. Ein Sperrvermerk (auch Vertraulichkeitserklärung genannt) kommt zum Einsatz, wenn du deine Arbeit in Kooperation mit einem Unternehmen schreibst. Er verbietet der Hochschule für einen bestimmten Zeitraum, deine Arbeit zu veröffentlichen, um sensible Firmengeheimnisse zu wahren.

Hier sind die Unterschiede in der Zielsetzung:

  • Die eidesstattliche Erklärung schützt die Hochschule vor akademischem Betrug.
  • Der Sperrvermerk schützt das Unternehmen vor Geheimnisverrat.
  • Die Erklärung ist immer und bei jeder Abschlussarbeit Pflicht.
  • Der Sperrvermerk ist optional und nur bei echten Unternehmenskooperationen nötig.

Hinweis zur gemeinsamen Verwendung

Wenn du beide Dokumente für deine Arbeit brauchst, trenne sie räumlich strikt voneinander. Der Sperrvermerk wird ganz nach vorne (direkt hinter das Deckblatt) geheftet, die eidesstattliche Erklärung bleibt ganz hinten als letzte Seite.

Fazit zur eidesstattlichen Erklärung

Die eidesstattliche Erklärung ist dein schriftliches Versprechen, dass du sauber und nach den Regeln der Wissenschaft gearbeitet hast. Ohne dieses kurze Dokument am Ende deiner Bachelorarbeit wird deine Leistung schlichtweg nicht anerkannt.