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Abbildungen und Tabellen in wissenschaftlichen Arbeiten

Abbildungen und Tabellen sind visuelle Hilfsmittel, die komplexe Daten, Zusammenhänge oder Konzepte in wissenschaftlichen Arbeiten veranschaulichen. Sie ergänzen den Fließtext und machen deine Forschungsergebnisse schneller greifbar.

Obwohl beide Elemente der Veranschaulichung dienen, gibt es einen klaren Unterschied zwischen Tabellen und Abbildungen. Abbildungen umfassen alle grafischen Darstellungen wie Diagramme, Fotos oder Skizzen. Tabellen hingegen sind strukturierte Raster aus Zeilen und Spalten, die exakte numerische Werte oder Textbausteine systematisch ordnen.

Du kannst diese visuellen Elemente an zwei Orten in deiner Arbeit platzieren. Entweder integrierst du sie direkt in den Fließtext, unmittelbar nachdem du sie das erste Mal erwähnt hast, oder du lagerst sie in den Anhang am Ende deiner Arbeit aus.

Dieser Artikel zeigt dir genau, nach welchen Kriterien du Material in den Anhang verschiebst. Zudem lernst du die konkreten Schritte, um diese Elemente fehlerfrei zu formatieren, Abbildungen in wissenschaftlichen Arbeiten zu beschriften und zu zitieren.

Wann kommen Abbildungen und Tabellen in den Anhang?

Nicht jedes visuelle Element gehört in den Haupttext. Sobald eine Darstellung den Lesefluss stört, solltest du sie ans Ende der Arbeit verschieben. Das ist meistens der Fall, wenn das Material mehr als eine halbe Seite einnimmt oder für das direkte Verständnis deines Hauptarguments nicht zwingend erforderlich ist.

Der Anhang dient als Speicherort für ergänzende Beweise. Er bietet den Prüfenden die Möglichkeit, deine methodische Vorgehensweise im Detail nachzuvollziehen, ohne sich im Haupttext in Nebensächlichkeiten zu verlieren.

Folgende Materialien solltest du grundsätzlich auslagern:

  • Umfangreiche Rohdaten oder Transkripte von Interviews.
  • Vollständige Fragebögen oder detaillierte Interviewleitfäden.
  • Ergänzende Diagramme, die das Hauptargument nur am Rande stützen.
  • Großformatige Fotos oder komplexe technische Zeichnungen.

Kurz & knackig

Stelle dir bei jedem Element die Frage: kann der Leser mein Argument auch ohne diese Grafik sofort verstehen? Wenn die Antwort "Ja" lautet, gehört das Material in den Anhang.

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis im Anhang

Wenn du Material auslagerst, fragst du dich oft, ob du dafür ein separates Listenformat benötigst. In den meisten Fällen ist die Antwort Nein. Standardmäßig nimmst du alle ausgelagerten Grafiken und Raster einfach in dein reguläres Abbildungs- und Tabellenverzeichnis auf.

Diese Hauptübersichten befinden sich direkt am Anfang deiner Arbeit, unmittelbar nach dem Inhaltsverzeichnis. Durch die fortlaufende Nummerierung (auf die wir später noch eingehen) erkennen die Lesenden sofort, dass sich bestimmte Elemente auf den hinteren Seiten befinden.

Nur bei extrem umfangreichen Anhängen mit dutzenden Dokumenten lohnt sich ein eigenes Anhangsverzeichnis. Dieses platzierst du dann direkt hinter dem Literaturverzeichnis, unmittelbar bevor der eigentliche Anhang beginnt.

Kurzer Hinweis

Viele Fakultäten und Lehrstühle haben abweichende Vorgaben. Manche verlangen zwingend ein separates Verzeichnis am Ende der Arbeit, andere verbieten es strikt. Prüfe daher immer zuerst den offiziellen Leitfaden deiner Hochschule, bevor du das Layout finalisierst.

Abbildungen und Tabellen im Anhang richtig formatieren

Eine saubere Formatierung zeigt wissenschaftliche Sorgfalt und erleichtert den Prüfenden die Orientierung. Auch auf den letzten Seiten deiner Arbeit gelten strenge Regeln, die du konsequent anwenden musst.

Richte alle visuellen Elemente zentriert auf der Seite aus. Verwende für wissenschaftliche Tabelleninhalte dieselbe Schriftart wie im Fließtext, reduziere die Schriftgröße jedoch leicht (meist auf 10 pt oder 11 pt), um Platz zu sparen. Achte darauf, dass die Ränder deiner Darstellungen nicht über die festgelegten Seitenränder deines Dokuments hinausragen.

Beschriftung

Jedes Element benötigt eine eindeutige Beschriftung. Im deutschsprachigen Raum gilt meist folgende Grundregel: Tabellen erhalten eine Überschrift, Abbildungen eine Abbildungsunterschrift. Die Überschrift steht direkt über dem Raster und beschreibt den Inhalt prägnant. Die Unterschrift steht unter der Grafik und enthält oft zusätzliche Erklärungen sowie die Quelle.

Damit man die Elemente im Anhang von denen im Haupttext unterscheiden kann, nutzt man oft eine angepasste Nummerierung. Eine bewährte Methode ist es, den Buchstaben "A" (für Anhang) voranzustellen. Du nummerierst also nicht einfach weiter (Abbildung 15, 16...), sondern beginnst ein neues System.

Beispiel: Tabellenbeschriftung zu Umfragedaten

Tabelle A1: Durchschnittliche wöchentliche Arbeitsstunden im Homeoffice nach Altersgruppen.

Vermeide den Fehler, Abbildungen im Anhang manuell als einfachen Text zu beschriften. Nutze zwingend die Beschriftungsfunktion deines Textverarbeitungsprogramms (z. B. in Word über "Referenzen" > "Beschriftung einfügen"). Nur so werden die Elemente automatisch in deine Verzeichnisse am Anfang der Arbeit übernommen.

Reihenfolge

Die Anordnung deiner Materialien im Anhang darf nicht zufällig erfolgen. Du musst die Elemente in exakt der logischen Reihenfolge platzieren, in der du sie im Haupttext zum ersten Mal erwähnst.

Wenn du im Text auf diese Abbildung verweisen willst, musst du präzise sein. Ein generischer Verweis wie "siehe Anhang" oder "siehe unten" ist ein häufiger Fehler, der den Lesefluss stört. Nenne immer die konkrete Nummer des Elements. Setze den Verweis in Klammern ans Ende des Satzes oder integriere ihn direkt in deinen Satzbau.

Beispiel: Verweis auf Umfragedaten im Fließtext

Wie die Auswertung der Umfrage zeigt, stieg die Produktivität der Befragten im ersten Quartal deutlich an (siehe Tabelle A1 im Anhang).

Nutze auch hier die Querverweis-Funktion deines Schreibprogramms. Dadurch aktualisieren sich die Nummern im Text automatisch, falls du später noch eine Grafik weiter vorne einfügst.

Querformat von Abbildungen und Tabellen

Manchmal ist ein Raster oder ein Diagramm schlichtweg zu breit für eine normale DIN-A4-Seite. Verkleinere das Element in diesem Fall nicht bis zur Unleserlichkeit. Drehe stattdessen die gesamte Seite in das Querformat (Landscape-Modus).

Die korrekte Ausrichtung ist hierbei entscheidend: der obere Rand der Tabelle oder Abbildung muss immer zur Bindung der Arbeit zeigen. Das bedeutet, er liegt am linken Rand der ursprünglichen Hochformat-Seite.

Problem

Word dreht die Seitenzahl im Querformat automatisch mit, sodass sie an der falschen Kante der gedruckten Seite erscheint.

Lösung

Füge vor und nach der Querformat-Seite einen "Abschnittsumbruch (Nächste Seite)" ein. Deaktiviere in der Kopf-/Fußzeile die Funktion "Mit vorheriger verknüpfen". Lösche die reguläre Seitenzahl auf der Querformat-Seite. Füge stattdessen ein Textfeld am passenden Rand ein, schreibe die Seitenzahl hinein und drehe das Textfeld manuell um 90 Grad.

Die größte Herausforderung beim Querformat ist die Paginierung (Seitennummerierung). Die Seitenzahl darf nicht plötzlich an der langen Kante der Seite stehen, sondern muss an derselben Position bleiben wie auf allen anderen Hochformat-Seiten.

Quellenangaben von Abbildungen und Tabellen im Anhang

Jedes visuelle Element in deiner wissenschaftlichen Arbeit benötigt einen klaren Herkunftsnachweis. Diese Zitierpflicht erlischt nicht, nur weil du das Material auf die hinteren Seiten verschiebst.

Du musst den Lesenden sofort signalisieren, ob du die Daten selbst erhoben hast oder ob sie aus einer fremden Publikation stammen. Wenn du ein Diagramm komplett selbst auf Basis deiner eigenen Forschung erstellt hast, reicht oft der Zusatz "Eigene Darstellung". Sobald jedoch fremde Daten oder Grafiken ins Spiel kommen, musst du einen vollständigen Kurzbeleg angeben.

Kurzer Hinweis

Wenn du eine fremde Grafik in deinen Anhang kopierst oder auch nur leicht abwandelst und die Quelle weglässt, begehst du ein Plagiat. Dies ist kein Formfehler, sondern ein schwerer Täuschungsversuch, der zum Nichtbestehen der gesamten Arbeit führen kann.

Quellenangabe unter der Abbildung oder Tabelle

Der Quellennachweis erfolgt direkt am Element, meist als Teil der Unterschrift oder unmittelbar darunter. Die genaue Formatierung hängt von deinem gewählten Zitierstil ab (z. B. APA, Harvard oder deutsche Zitierweise). Du musst jedoch immer kenntlich machen, ob du das Material exakt kopiert oder für deine Zwecke angepasst hast.

Ein vollständiger Herkunftsnachweis direkt am Element besteht in der Regel aus folgenden Bestandteilen:

  • Einleitendes Wort ("Quelle:" oder "In Anlehnung an:").
  • Nachname des Autors oder der Autorin.
  • Erscheinungsjahr der Publikation.
  • Exakte Seitenzahl, auf der das Original zu finden ist.

Beispiel: Quellenangabe für ein modifiziertes Modell

Quelle: In Anlehnung an Schmidt, 2022, S. 45.

Wenn du eine Grafik 1:1 übernimmst, leitest du den Nachweis mit "Quelle:" ein. Hast du das Material jedoch optisch verändert, übersetzt oder Werte zusammengefasst, verwendest du Formulierungen wie "In Anlehnung an:" oder "Modifiziert nach:".

Quellenangabe im Literaturverzeichnis

Der Kurzbeleg unter der Grafik ist nur die halbe Miete. Jede Quelle, die du im Anhang unter einer Darstellung nennst, muss zwingend auch in deine finale Bibliografie am Ende der Arbeit aufgenommen werden.

Es gibt kein separates Quellenverzeichnis für Bildmaterial. Alle Nachweise fließen in das allgemeine Literaturverzeichnis ein, streng alphabetisch sortiert. Die exakte Formatierung dieses Eintrags richtet sich ebenfalls nach den Vorgaben deines Lehrstuhls (z. B. APA-Style).

Beispiel: Vollständiger Eintrag im Literaturverzeichnis (APA-Stil)

Schmidt, J. (2022). Auswirkungen hybrider Arbeitsmodelle auf die Teamkommunikation. Springer Gabler.

Ein häufiger Fehler ist es, den Eintrag im Literaturverzeichnis zu vergessen, weil das Element erst in letzter Minute in den Anhang verschoben wurde. Überprüfe daher jede einzelne Grafik im Anhang systematisch auf ihren entsprechenden Eintrag in der Bibliografie.

Fazit und abschließende Gedanken

Wissenschaftliche Abbildungen und Tabellen im Anhang sind ein hervorragendes Mittel, um deinen Fließtext schlank und fokussiert zu erstellen, ohne auf wichtige Beweise verzichten zu müssen. Die wichtigsten Formatierungsregeln umfassen eine fortlaufende, eigenständige Nummerierung (z. B. A1, A2), eine saubere Trennung von Über- und Unterschriften sowie exakte und vollständige Quellenangaben direkt am Element.

Der Anhang ist kein Mülleimer für irrelevante Daten, sondern ein strukturierter Raum für tiefgehende Belege. Gehe bei der Formatierung hier mit der gleichen Sorgfalt vor wie auf der allerersten Seite deines Textes.