Eine Fußnote ist eine Anmerkung am unteren Rand einer Textseite, die zusätzliche Informationen oder den genauen Quellenbeleg für eine Aussage liefert. Sie wird durch eine hochgestellte Ziffer im fortlaufenden Text markiert, die direkt auf den entsprechenden Text am Seitenende verweist.
Der Hauptzweck von Fußnoten in wissenschaftlichen Texten ist es, deine Aussagen nachvollziehbar zu machen. Sie beweisen, dass du sorgfältig recherchiert hast und fremdes Gedankengut transparent ausweist. Typischerweise platzierst du die hochgestellte Ziffer direkt nach dem Wort oder am Ende des Satzes, auf das oder den sie sich bezieht.
Inhaltsverzeichnis
Die Angaben zur Fußnote gehören auf die selbe Seite
Der Text deiner Fußnote muss zwingend auf exakt derselben Seite stehen wie die hochgestellte Ziffer im Haupttext. Leserinnen und Leser sollen nicht blättern müssen, um deine Quelle zu überprüfen.
Vermeide automatische Seitenumbrüche, die eine Fußnote in der Mitte zerteilen. Nutze in deinem Textverarbeitungsprogramm (wie Word) die Funktion "Absatzkontrolle" oder "Nicht vom nächsten Absatz trennen", um zu verhindern, dass Fußnotentexte auf die nächste Seite rutschen.
Achte auch auf die Menge deiner Anmerkungen. Eine Seite sollte nicht zu mehr als einem Viertel aus Fußnoten bestehen. Sind es mehr als fünf bis sieben längere Anmerkungen pro Seite, leidet der Textfluss massiv.
Wenn du merkst, dass der Fußnotenbereich zu dominant wird, prüfe deine Inhalte kritisch. Wichtige Erklärungen gehören in den Haupttext, irrelevante Exkurse kannst du streichen. Fußnoten sind in erster Linie für Quellenbelege da.
Fußnoten bei direkten Zitaten und Paraphrasen
Je nachdem, ob du ein direktes Zitat oder eine Paraphrase (ein indirektes Zitat) nutzt, ändert sich die Platzierung der Fußnotenziffer. Hier ist die genaue Unterscheidung:
| Zitierart | Erklärung | Position der Fußnote |
|---|---|---|
| Direktes Zitat | Wörtliche Übernahme eines fremden Textes. Wird in Anführungszeichen gesetzt. | Direkt nach dem schließenden Anführungszeichen. |
| Paraphrase | Sinngemäße Wiedergabe in deinen eigenen Worten. Ohne Anführungszeichen. | Am Ende des Satzes nach dem Punkt oder direkt nach dem Teilsatz. |
Die Platzierung bei Satzzeichen erfordert Präzision. Bezieht sich dein Beleg nur auf einen bestimmten Teilsatz, setzt du die Ziffer direkt vor das Komma. Stützt die Quelle jedoch die Aussage des gesamten Satzes, steht die hochgestellte Zahl ganz am Ende nach dem Schlusspunkt.
Beispiel für direkte und indirekte Zitate
Direktes Zitat: "Die ständige Erreichbarkeit führt zu einem messbaren Konzentrationsverlust."¹
Paraphrase (ganzer Satz): Studien zeigen, dass regelmäßige Smartphone-Nutzung die Aufmerksamkeitsspanne verringert.²
Paraphrase (Teilsatz): Obwohl Social Media die Vernetzung fördert³, sinkt die Produktivität.
Ein häufiger handwerklicher Fehler ist das Setzen von zwei Fußnoten direkt hintereinander (z. B. Wort¹²). Vermeide dies unbedingt, da es den Lesefluss stört. Fasse stattdessen beide Quellenangaben in einer einzigen Fußnote zusammen.
Erst Vollbeleg, dann Kurzbeleg
Wenn du eine Quelle zum ersten Mal in deiner Arbeit nennst, musst du alle bibliografischen Daten angeben. Das nennt man Vollbeleg. Bei jeder weiteren Nennung derselben Quelle reicht ein Kurzbeleg, da die vollständigen Informationen bereits bekannt sind:
- Vollbeleg: Vorname Nachname, Titel des Werkes. Untertitel, Auflage, Erscheinungsort: Verlag, Jahr, Seite.
- Kurzbeleg: Nachname, Kurztitel, Jahr, Seite.
Dieses Prinzip spart Platz und hält den Fußnotenapparat aufgeräumt. Unten siehst du, wie das in der Praxis aussieht.
Beispiel: Voll- und Kurzbeleg einer Monografie
1. Nennung (Vollbeleg): ¹ Thomas Müller, Digitale Ablenkung. Wie Social Media unseren Fokus zerstört, 2. Aufl., Berlin: Wissenschaftsverlag, 2022, S. 45.
2. Nennung (Kurzbeleg): ² Müller, Digitale Ablenkung, 2022, S. 89.
Mehrere Autorinnen und Autoren bei der Deutschen Zitierweise
Oft verfasst nicht nur eine Person einen Text. Bei zwei bis drei Autorinnen oder Autoren nennst du alle Namen in der Fußnote. Du trennst sie dabei durch einen Schrägstrich (/) oder das Wort "und".
Sobald ein Werk von mehr als drei Personen verfasst wurde, greift die Abkürzungsregel. Du nennst nur noch die erste Person, die auf dem Titelblatt steht, und fügst die lateinische Abkürzung "et al." (und andere) hinzu.
Beispiel: Quellen mit mehreren Urhebern
Zwei Autoren: ¹ Schmidt / Weber, Psychologie der Smartphone-Nutzung, 2021, S. 12.
Vier Autoren: ² Klein et al., Fokus im 21. Jahrhundert, 2023, S. 104.
Ändere niemals eigenmächtig die Reihenfolge der Namen. Übernimm sie exakt so, wie sie auf dem Deckblatt oder im Impressum der Originalquelle stehen, da dies oft den Anteil an der Forschungsarbeit widerspiegelt.
Mehrere Seiten bei der deutschen Zitierweise
Wenn sich dein Zitat oder deine Paraphrase über mehr als eine Seite der Originalquelle erstreckt, musst du das in der Fußnote deutlich machen. Bezieht sich deine Aussage auf die angegebene Seite und exakt eine Folgeseite, nutzt du die Abkürzung "f." (folgende).
Erstreckt sich der Bezug über mehrere Seiten, verwendest du "ff." (fortfolgende) oder gibst direkt den genauen Seitenbereich an. Letzteres ist oft präziser und wird von vielen Prüfenden bevorzugt:
- Eine bestimmte Seite: S. 15.
- Seite und eine Folgeseite: S. 15 f. (bedeutet S. 15 und 16).
- Seite und unbestimmte Folgeseiten: S. 15 ff. (bedeutet S. 15 und die folgenden Seiten).
- Exakter Seitenbereich: S. 15 - 18.
Beispiel: Seitenangaben im Beleg
¹ Müller, Digitale Ablenkung, 2022, S. 45 f.
² Schmidt / Weber, Psychologie der Smartphone-Nutzung, 2021, S. 12 - 15.
Mehrere Quellen in einer Fußnote angeben
Wie im vorherigen Abschnitt erwähnt, solltest du keine zwei Fußnotenziffern im Text hintereinanderreihen. Wenn eine Aussage in deinem Text durch mehrere Quellen gestützt wird, fasst du diese in einer einzigen Fußnote zusammen. Du trennst die verschiedenen Quellenangaben dabei sauber mit einem Semikolon (;).
Die Reihenfolge der Quellen innerhalb dieser Fußnote sollte einer klaren Logik folgen. Meistens sortierst du sie chronologisch (nach Erscheinungsjahr) oder alphabetisch (nach dem Nachnamen der Autorinnen und Autoren). Kläre diese Präferenz im Zweifel mit deinem Betreuer ab.
Beispiel: Drei Quellen in einer Anmerkung (alphabetisch sortiert)
¹ Vgl. Klein et al., Fokus im 21. Jahrhundert, 2023, S. 104; Müller, Digitale Ablenkung, 2022, S. 45; Schmidt / Weber, Psychologie der Smartphone-Nutzung, 2021, S. 12.
Gib maximal drei bis vier Quellen in einer einzigen Fußnote an. Wird die Liste länger, verliert die Anmerkung ihren Zweck als schnelle Orientierungshilfe. Beschränke dich auf die wichtigsten und aktuellsten Werke.
Fazit und abschließende Gedanken
Fußnoten sind das Rückgrat deiner wissenschaftlichen Argumentation. Die Anmerkung gehört auf dieselbe Seite wie die Ziffer, nutze nach dem ersten Vollbeleg den Kurzbeleg und achte auf die korrekte Platzierung bei Satzzeichen. Wenn du diese formalen Standards einhältst, zeigst du wissenschaftliche Sorgfalt und machst es deinen Prüfenden leicht, deine Arbeit positiv zu bewerten.
Setze Fußnoten niemals manuell durch das Eintippen kleiner Zahlen. Nutze immer die automatische Fußnoten-Funktion deines Schreibprogramms oder greife direkt auf Literaturverwaltungsprogramme wie Zotero oder Citavi zurück. Diese Tools formatieren und nummerieren deine Belege vollautomatisch. Das spart dir am Ende deiner Arbeit Stunden an Zeit.
Als Doktorin der Philosophie verfügt Dr. Schäfer über tiefgehende Kenntnisse in der Formatierung und Strukturierung wissenschaftlicher Arbeiten. Sie erstellt praxisnahe Anleitungen, Beispieltexte und Vorlagen, die Studierenden und Akademikern dabei helfen, ihre Arbeiten optimal an akademische Standards und Zitierregeln anzupassen.
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