Statista in der wissenschaftlichen Arbeit zitieren

Statista ist eine zitierfähige Plattform für wissenschaftliche Arbeiten, sofern du die genaue Herkunft der abgebildeten Daten kritisch prüfst. Da das Portal oft fremde Studien bündelt, musst du präzise zwischen eigenen Erhebungen von Statista und externen Originalquellen unterscheiden.

Eine korrekte Quellenangabe erfordert immer den spezifischen Autor oder Herausgeber, das Publikationsjahr, den exakten Titel der Statistik, den Namen der Plattform und die URL samt Abrufdatum.

Ist Statista eine seriöse Quelle?

Darf man Statista zitieren? Ja, Statista ist grundsätzlich eine seriöse und zitierfähige Quelle. Die Plattform bereitet Daten von staatlichen Institutionen, Marktforschungsinstituten und wissenschaftlichen Fachzeitschriften auf.

Um Online-Statistiken in deiner Arbeit zu zitieren, müssen diese bestimmte wissenschaftliche Kriterien erfüllen. Die Methodik der Datenerhebung muss transparent sein, die Stichprobengröße sollte repräsentativ ausfallen und der ursprüngliche Herausgeber muss glaubwürdig sein. Statista erfüllt diese Anforderungen in den meisten Fällen durch detaillierte Metadaten.

  • Schneller Zugriff auf aggregierte und geprüfte Daten aus renommierten Instituten.
  • Übersichtliche grafische Aufbereitung, die komplexe Zusammenhänge sofort verständlich macht.
  • Transparente Quellenangaben zu Statista direkt neben den Diagrammen.

Einschränkung

Statista ist oft nur der Aggregator und nicht der Urheber der Daten. Wenn möglich, solltest du immer die Originalquelle (Primärquelle) ausfindig machen und diese richtig zitieren, um die höchste wissenschaftliche Genauigkeit zu garantieren.

Wie zitiert man Statista in der wissenschaftlichen Arbeit?

Es gibt verschiedene methodische Wege, Statista als Quelle anzugeben. Die Wahl der Zitiermethode hängt davon ab, wer die Daten ursprünglich erhoben hat und ob du Zugriff auf das Originaldokument hast.

Allgemeine Voraussetzungen für das Zitieren von Datenbanken umfassen die strikte Einheitlichkeit deines gewählten Zitierstils, die Angabe einer vollständigen URL und das Festhalten des exakten Abrufdatums. Da Online-Datenbanken ihre Inhalte regelmäßig aktualisieren, sichert das Abrufdatum die Nachvollziehbarkeit deiner Angaben ab.

Ein häufiger Fehler von Studierenden ist es, blind "Quelle: Statista" unter eine Abbildung zu schreiben. Das ist wissenschaftlich unzureichend, da der eigentliche Urheber der Daten verschwiegen wird.

Prüfe vor der Übernahme einer Statistik immer den Reiter "Quelle" oder "Details" rechts neben dem Diagramm. Dort erkennst du sofort, ob Statista die Daten im Rahmen der eigenen "Consumer Insights" selbst erhoben hat oder ob sie von einem Drittanbieter wie dem Statistischen Bundesamt stammen.

Statista als Sekundärliteratur zitieren

Sekundärliteratur bedeutet in diesem Kontext, dass du eine Statistik über Statista zitierst, die ursprünglich von einem anderen Institut erhoben wurde. Du beziehst dich also auf die Zusammenfassung von Statista, weil du das Originaldokument nicht selbst gelesen hast.

Diese Zitierweise ist in wissenschaftlichen Arbeiten nur dann zulässig und notwendig, wenn die Originalquelle für dich unzugänglich ist. Das passiert häufig bei teuren, kostenpflichtigen Branchenberichten oder internen Firmenstudien, die du über das Universitätsnetzwerk nicht kostenlos abrufen kannst.

Wenn du dich auf Sekundärzitate verlässt, musst du dir der methodischen Schwächen bewusst sein. Dozierende prüfen hier besonders kritisch:

  • Erhöhte Gefahr, dass Übertragungsfehler oder Fehlinterpretationen von Statista unbemerkt übernommen werden.
  • Fehlender Kontext zur genauen Erhebungsmethode und den Rahmenbedingungen der ursprünglichen Studie.
  • Häufige Nutzung von Sekundärzitaten wird von Prüfern oft als Zeichen mangelnder Recherchearbeit gewertet.

Statista zitieren (APA)

Die aktuellen APA-Richtlinien verlangen bei Online-Datenbanken eine sehr klare Struktur. Wenn Statista nicht der Urheber der Daten ist, musst du den Originalautor nennen. Ist Statista selbst der Autor, nennst du Statista als Autor, lässt den Namen aber beim Herausgeber weg, um Wortwiederholungen zu vermeiden.

Für einen vollständigen Eintrag im Literaturverzeichnis nach APA für eine Statista-Quelle benötigst du folgende Elemente:

  • Autor oder herausgebende Organisation
  • Erscheinungsjahr der Statistik (in runden Klammern)
  • Titel der spezifischen Statistik (kursiv geschrieben)
  • Name der Datenbank oder Plattform (Statista)
  • Vollständige URL zur Statistik.

Im Folgenden veranschaulichen wir den Prozess anhand eines konkreten Datensatzes.

Beispiel für eine APA-Zitation

Statista. (2023). Tägliche Nutzungsdauer von Smartphones durch Studierende in Deutschland. Statista. https://de.statista.com/statistik/beispiel-url

Statista zitieren (Harvard)

Die Harvard-Zitierweise verzichtet auf Fußnoten und arbeitet stattdessen mit Kurzbelegen direkt im Fließtext. Bei Online-Quellen wie Statista fordert dieser Stil im Literaturverzeichnis zwingend die Angabe des Mediums (oft in eckigen Klammern als [online] markiert) sowie das exakte Abrufdatum.

Der Verweis im Fließtext ist simpel aufgebaut. Du nennst lediglich den Autor oder die herausgebende Organisation sowie das Publikationsjahr in runden Klammern. Eine Seitenzahl entfällt bei reinen Online-Statistiken meist, es sei denn, du beziehst dich auf einen mehrseitigen PDF-Download.

Die Vorlage für das Literaturverzeichnis nach Harvard sieht so aus: Autor/Herausgeber (Jahr): Titel der Statistik, [online] URL [abgerufen am TT.MM.JJJJ].

Nachfolgend siehst du die praktische Umsetzung für den Text und das Verzeichnis.

Beispiel für eine Harvard-Zitation

Im Fließtext:
Die Daten zeigen einen deutlichen Anstieg der Bildschirmzeit (Statista, 2023).

Im Literaturverzeichnis:
Statista (2023): Tägliche Nutzungsdauer von Smartphones durch Studierende in Deutschland, [online] https://de.statista.com/statistik/beispiel-url [abgerufen am 15.05.2024].

Primärliteratur über Statista zitieren

Der methodische Unterschied zur Sekundärliteratur besteht darin, dass du bei der Primärrecherche das eigentliche Originaldokument liest und auswertest. Du nutzt Statista in diesem Fall lediglich als Suchmaschine, um auf die Existenz der Daten aufmerksam zu werden.

Um die Originalquelle einer Statistik zu finden, musst du die bereitgestellten Metadaten der Plattform systematisch auswerten. Gehe dabei strukturiert vor, um das Originaldokument zu beschaffen:

  1. Klicke auf der Statista-Seite der gewünschten Grafik auf den Reiter "Details" oder "Quelle", um die Metadaten zu öffnen.
  2. Notiere dir den exakten Namen der Originalstudie, den ursprünglichen Herausgeber und das Publikationsdatum.
  3. Suche diesen Titel gezielt über eine wissenschaftliche Suchmaschine (wie Google Scholar) oder im Katalog deiner Universitätsbibliothek, um das Originaldokument herunterzuladen.

Sobald du die Originalquelle erfolgreich beschafft und gelesen hast, zitierst du in deiner Arbeit ausschließlich diese Primärquelle. Der Name "Statista" taucht in deiner Quellenangabe dann überhaupt nicht mehr auf.

Fazit und abschließende Gedanken

Statista ist ein hervorragendes Werkzeug für die Datenrecherche, erfordert aber eine genaue Unterscheidung zwischen Primär- und Sekundärquellen. Die methodisch korrekte Zitation hängt immer davon ab, ob du das Originaldokument beschaffen kannst und welche formalen Richtlinien deine Fakultät vorschreibt.

Überprüfe am Ende deines Schreibprozesses systematisch alle URLs deiner Online-Quellen. Klicke jeden Link in deinem fertigen Literaturverzeichnis noch einmal an, um sicherzustellen, dass die Statistik weiterhin abrufbar ist und nicht hinter einer neuen Paywall verschwunden ist.