Wie du einen Lernplan erstellst und deine Prüfungsvorbereitung optimierst

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Müde Studentin schläft auf dem Schreibtisch vor dem Computerbildschirm.
Ob Studium, Weiterbildung oder ein anderer „Lernkontext“ – zu lernende Inhalte werden häufig unterschätzt. Das führt dann meist zu einem zeitlichen Engpass und es wird unter viel Stress sowie planlos gelernt.
Das muss nicht sein und einen Tag vor einer Klausur eignet sich ohnehin kein Mensch langfristig Kenntnisse an! Ein sogenannter Lernplan schafft hier Abhilfe; er hilft, unnötigen Stress zu vermeiden und anfallende Aufgaben zu erledigen. Und zwar rechtzeitig!
In diesem Artikel verschaffst du dir einen Überblick über die Vorteile eines Lernplans und du liest, wie du einen solchen Schritt für Schritt erstellst. So wird das Semester zum stressfreien Kinderspiel. Siehe selbst!

Die Vorzüge eines Lernplans


Bei einem entsprechenden Plan handelt es sich sozusagen um das Grundgerüst deiner Prüfungsvorbereitung; er strukturiert und ordnet deine zukünftigen Lerneinheiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um eine einzelne Prüfung oder um ein ganzes Semester geht – ein Lernplan ist ein flexibles Werkzeug, das nach individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen gestaltet werden kann. Neben dieser Flexibilität bietet der Wegweiser für das Lernen insbesondere diese Vorteile:

—   Du weißt schon zu Beginn des Semesters bzw. zu einem frühen Zeitpunkt, was auf dich zukommt.
—   Du behältst den Überblick über die wichtigen Themen.
—   Dir steht genug Zeit zum Lernen zur Verfügung (kein Termindruck).
—   Du kannst dich besser auf die Inhalte konzentrieren.
—   Das Lernen wird effizienter.
—   Auftretende Probleme überwältigen dich nicht.
—   Du vermeidest Stress.
—   Du kannst wesentlich einfacher parallel für mehrere Fächer bzw. Prüfungen lernen.

Darüber hinaus erzielst du mit einem solchen Plan deutlich bessere Noten. Und zwar auch, da dir die strukturierte Arbeitsweise zu mehr Gelassenheit während der Prüfungsvorbereitung verhilft. Wie du einen Lernplan konkret entwickelst, liest du in den folgenden Abschnitten.


Einen Lernplan entwickeln - Schritt-für-Schritt Anleitung


Um einen Lernplan erstellen zu können, musst du dir zunächst einen Überblick über deine gesamten Veranstaltungen im kommenden Semester verschaffen: Fertige eine Liste an, in der du die Lehrveranstaltungen, die mit einer Prüfung abgeschlossen werden, aufstellst. Mit diesem Vorgehen erleichterst du die anschließende Planung deiner Lerneinheiten.


Deine Lehrveranstaltungen in der Übersicht


Im zweiten Schritt stellst du für jede Vorlesung o.Ä. die Frage: Bis wann muss was erledigt sein? Du definierst also das Ziel deiner einzelnen Veranstaltungen und bestimmst die Deadline für diese. Konkret könnte das beispielsweise so aussehen:
 
Veranstaltung Deadline Ziel
Sportwissenschaftliches Arbeiten 20. Oktober Hausarbeit (Thema: XY)
Bewegungswissenschaften 28. Oktober Klausur
Literature and Culture 31. Oktober Lösung der Aufgaben zum Thema „Literaturepochen“
 

Den Aufwand kalkulieren und priorisieren


Um Prioritäten beim Lernen setzen zu können, musst du als nächstes den Aufwand, den du für die Klausuren etc. betreiben werden musst, einschätzen. Sowohl der Aufwand als auch deine Prioritäten richten sich nach:

    •    dem Abgabedatum bzw. dem Prüfungstermin
    •    der voraussichtlichen Vorbereitungszeit (wie lange wird es vermutlich dauern, die Lernmaterialien zu organisieren und Recherche für eine Hausarbeit o.Ä. zu betreiben?).

Lernmaterialien können übrigens u.a. Skripte und Mitschriften als auch Bücher, Fachzeitschriften sowie Beispiel-Klausuren sein. Sammle diese Unterlagen und gehe dann wie folgt vor.

    1)    Unterteile den Lernstoff in mehrere kleinen Einheiten (musst du z.B. 60 Seiten lesen, plane dafür sechs Stunden Lernzeit ein, in denen du jeweils 10 Seiten studierst).
    2)    Differenziere den Lernstoff auch nach Schwierigkeit – je schwieriger ein Thema, desto mehr Zeit solltest du dafür einplanen.

Trage den gesamten Aufwand für das Erreichen eines Ziels in deinen Plan ein und kennzeichne die Unterziele mit den Prioritäten hoch, mittel oder niedrig. Das Ganze kann dann beispielsweise so aussehen:
 
Veranstaltung Deadline Ziel Unterziele
Sportwissenschaftliches Arbeiten 20. Oktober Hausarbeit (Thema: XY)
  • Mitschriften aus dem Seminar besorgen (Priorität: hoch)
  • Fachliteratur beschaffen (Priorität: hoch)
  • Aufgaben zum Thema „Hausarbeit“ erledigen (Priorität: mittel)
Bewegungswissenschaften 28. Oktober Klausur
  • 50 Seiten zum Thema „Anatomische Grundlagen“ lesen (5 Stunden, Priorität: hoch)
Literature and Culture 31. Oktober Lösung der Aufgaben zum Thema „Literaturepochen“
  • Die von der Dozentin empfohlene Zusammenfassung lesen (100 Seiten, 10 Stunden, Priorität: hoch)

           •    Hinweis: Passe deinen Lernplan kontinuierlich an – im Verlauf deines Studiums wirst du immer besser einschätzen können, wie lange du für bestimmte Aufgaben benötigst.


Dein individueller Wochenplan


Nun kannst du einschätzen, wie viel Zeit du für das Erreichen des Ziels einer jeden Lehrveranstaltung benötigen wirst. Es gilt, die Lernzeiten mit deinen anderen Verpflichtungen (Vorlesungen, Arbeit, Termine …) und deiner Freizeit zu vereinbaren. Hierzu solltest du einen Blick in deinen Kalender werfen und dich fragen: Wann habe ich Zeit zum Lernen?
Anschließend notierst du die Tage und Stunden in der Woche, in bzw. an denen dir Zeit zum Lernen zur Verfügung steht. Auf diesen Informationen aufbauend fertigst du deinen Wochenplan an; am Ende einer Woche stellst du den Plan für die darauffolgende Woche auf. Eine Excel-Vorlage:
    
           •    Pausen sind wichtig: Nach 55 Minuten Arbeit solltest du mindestens (!) fünf Minuten Pause machen, ehe du mit dem Lesen o.Ä. fortfährst. Stehe vom Schreibtisch auf, strecke dich und bewege dich ein wenig, um „neue Energie zu tanken“. 


Weiterführende Hinweise


Die folgenden Tipps helfen dir dabei, deinen Lernplan zu erstellen und einzuhalten.

1)    Liste deine täglichen Termine und Verpflichtungen auf, um die freien Zeiten im Kalender mit Lerneinheiten zu füllen.
2)    Plane zeitliche Puffer ein – es kann immer zu unerwarteten Ereignissen kommen, die deine tatsächliche Lernzeit beeinträchtigen.
3)    Führe dir den Plan jeden Tag vor Augen, um ihn auch wirklich einzuhalten.
4)    Berücksichtige bei der Planung deine verwendeten Lernmethoden – verschiedene Methoden nehmen unterschiedlich viel Zeit in Anspruch.
5)    Hake abgeschlossene Aufgaben ab, um deine Motivation aufrecht zu erhalten. 

Des Weiteren musst du auf jeden Fall vermeiden, dass Pausen und Freizeitaktivitäten unter dem Lernen leiden. Eine intensive Lernphase nimmt dich zwar sehr in Anspruch, du solltest aber unbedingt für genügend Ausgleich sorgen! Triff dich mit Freunden, treibe Sport usw., um den Kopf freizubekommen. Auch solche Aktivitäten gehören zu einer perfekten Vorbereitung auf eine Prüfung dazu!
Ähnliches gilt für eine gesunde Ernährung - viele Studierende machen den Fehler, dass sie während der Prüfungsvorbereitung nur Fast Food zu sich nehmen. Dieses ist nicht nur ungesund und kann sich auf dein Körpergewicht auswirken. Ebenso liegt Junkfood schwer im Magen und beeinträchtigt die Konzentrationsfähigkeit. Achtest du hingegen auf eine ausgewogene Ernährung, vermeidest du das berüchtigte Mittagstief. 


Fazit - der Lernplan als bester Freund des/der Studierenden


Ein Lernplan kann dir dabei helfen, deine Prüfungsvorbereitung stressfreier und effektiver zu gestalten. Bringst du Struktur in deine Arbeitsprozesse, nutzt du bestehende Zeitfenster besser und du vermeidest, dass du kurz vor einer Prüfung in Hysterie verfällst. Probiere es gleich aus: Erstelle deinen individuellen Lernplan und werde zum „Lern-Experten“!

       •    Übrigens: Ein solcher Plan eignet sich beispielsweise auch, um das „Büffeln“ innerhalb einer Lerngruppe zu optimieren.