Perfekte Rede schreiben: einfach erklärt!


Perfekte Rede schreiben: einfach erklärt!
Eine Rede zu schreiben, ist eine Herausforderung, die mit dem richtigen Hintergrundwissen zu bewältigen ist. Gründe für eine Rede gibt es viele. Das kann die Entscheidung sein, die Begrüßungsrede bei einer Familienfeier zu übernehmen oder es ist die Rede im Unternehmen, der Universität oder bei einer Veranstaltung. Mitunter wird auch von Bewerbern für eine Anstellung erwartet, dass sie eine Rede halten. Deshalb empfiehlt es sich, die Vorbereitung und das Halten einer Rede zu üben. 

Rede halten 

Wer die Vorbereitung und das Halten einer Rede üben will, braucht auf das Motto nicht zu achten. Hier kann ein Stichwort genügen. Gerade bei der Vorbereitung auf anspruchsvolle Bewerbungsgespräche ist diese Vorgehensweise sogar wichtig. Bewerber, die in Zukunft als Leiter einer Abteilung arbeiten wollen, müssen lernen, mit solchen unvorhergesehenen Aufgaben umzugehen. Derartige Übungen lassen sich auch für Studenten gut durchführen, zum Beispiel an lockeren Abenden. Auch Schüler können in der Schule solche Übungen absolvieren. Im Team können die Teilnehmer je einen Begriff auf einen Zettel schreiben. Das kann ein aktuelles Thema sein oder auch einfach nur ein Alltags- oder ein erfundenes Wort. Die Zettel werden gefaltet und anschließend zieht jeder aus der Runde einen Zettel. Der erste Redner liest nun sein gezogenes Wort. Er bekommt ein paar Minuten, um sich Gedanken zu machen. Im Anschluss hält er die Rede mit einer Dauer von etwa 10 Minuten. Es ist hilfreich, die Reden aufzuzeichnen und sie im Nachhinein mit sachlicher Kritik analysieren. Das Halten der Rede wird mit jedem Versuch besser, weil die Fähigkeit geschult wird, sich gedanklich auf ein neues Thema einzulassen. 


Kreativ die Rede vorbereiten

Für die Vorbereitung der Rede ist Kreativität dann erlaubt, wenn die Rahmenbedingungen es zulassen. Eine Rede zu einem ernsten Anlass erfordert eine andere Vorgehensweise, als die Ansprache anlässlich einer Hochzeit oder eines Jubiläums. Sind die Voraussetzungen für eine kreative Rede gegeben, dürfen Pointen nicht fehlen. Vorausgesetzt, der Redner ist sicher genug. Wer Angst vor dem Sprechen hat, sollte hingegen auf Pointen verzichten. Das Risiko für ein Scheitern ist dann zu groß. Eine der besonderen Herausforderungen ist es, den Anfang zu finden. Es ist aber nicht notwendig, gleich zu Beginn den perfekten Einstieg zu finden. Erfahrene Redenschreiber raten dazu, den ersten Gedanken bei der Vorbereitung für den Anfang zu verwenden, der dem Verfasser in den Sinn kommt. Eine Anpassung ist später immer noch möglich. Wichtig ist, dass der Gedankenfluss in Bewegung kommt.


Der Aufbau der Rede

Eine Rede besteht aus Exposition, Redekern und dem Schluss. Das macht die Rede für die Zuhörer strukturiert und für den Redner die Inhalte leichter zu merken. 


Was ist die Exposition?

Mit der Exposition stimmt der Redner die Zuhörer auf das ein, was folgt. Sie sollte etwa ein Viertel der Redezeit in Anspruch nehmen. Ein sehr guter Einstieg ist eine Anekdote oder ein Zitat, das zum Thema passt. Das garantiert die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Folgen in der Rede konkrete Problemstellungen, dient der Einstieg als Einleitung. 


Redekern

Der Redekern ist der Hauptteil der Rede. Um den Überblick zu behalten, ist es sinnvoll, den Hauptteil in Abschnitte zu unterteilen. Die Abschnitte müssen sinnvoll aufeinander abgestimmt sein. Sie sollten außerdem aufeinander aufbauen. Auch bei gut vorgebildeten Zuhörern empfiehlt es sich, komplexe Vorgänge anhand von bildhaften Beispielen zu erläutern. Es besteht keine Notwendigkeit, komplizierte Zusammenhänge auch kompliziert darzulegen. Die intellektuelle Beweglichkeit des Redners zeigt sich gerade darin, anschaulich zu erzählen, ohne die Aussagen zu stark oder überhaupt zu vereinfachen. Der Redekern endet mit einer Schlussfolgerung, die logisch ist und die Zuhörer nicht etwa überrascht. Der Redner formuliert aus, was den Zuhörern während des Hauptteils bereits bewusst wird. 


Der Schlussteil

Der erkennbare Abschluss der Rede sollte möglichst kurzgefasst sein. Er ist eine kurze Zusammenfassung, in der der Redner noch einmal knapp auf die genannten Punkte eingeht. Der Schluss kann mit einem Appell enden. Der Schlusssatz sollte aber immer positiv sein. Es ist wichtig, die Zuhörer nicht mit einem negativen Gefühl aus der Rede zu entlassen.

Diese Fehler sind zu vermeiden

Es gibt eine Reihe von Fehlern beim Schreiben einer Rede, die sich vermeiden lassen. Dazu gehört, dass zu viele Zahlen die Zuhörer ermüden. Auch zu viele Namen sind zu vermeiden. Sie belasten die Konzentrationsfähigkeit und die Zuhörer können kaum noch folgen. Schließlich ist auch das Sprechen zu trainieren. Die Sprechgeschwindigkeit, die Lautstärke und die Ausdrucksweise müssen angenehm für die Zuhörer sein. Das lässt sich vor dem Spiegel trainieren, aber auch mit Aufnahmen. So kann der Redenschreiber die Rede noch vor der Fertigstellung anpassen. Die Rede von Anfang an bis zum Ende zu schreiben und sich erst dann damit zu befassen, sie auch laut zu halten, ist nicht zu empfehlen. Diese muss nicht nur inhaltlich überzeugen, sondern auch im Ausdruck. Deshalb ist es wichtig, auf prägnante und kurze Sätze zu achten und Pausen einzulegen, zum Beispiel mit Schaubildern oder plastischen Beispielen.


Probleme mit der Wortwahl – das hilft

Nicht jeder ist ein begnadeter Redenschreiben. Doch das Redenschreiben ist lernbar. Zunächst empfiehlt es sich, gute Reden anzuhören, und zwar mehrmals. Wer sich besonders interessante Stellen notiert, verinnerlicht die Vorgehensweise und kann sie für sich verwenden. Eine der bekanntesten Reden ist die Rede von Steve Jobs, die er 2005 gehalten hat. Pointen oder Anekdoten aus bekannten Reden zu übernehmen, ist aber zu vermeiden, denn das würde bedeuten, sich mit fremden Federn zu schmücken. Mit Hinweis auf den Urheber und mit der Erklärung für das Zitat ist diese Vorgehensweise natürlich erlaubt. Wer sich von einer guten Rede inspirieren lässt, muss außerdem darauf achten, die Rede nicht etwa zu kopieren. Die Art und Weise, die Rede zu halten, muss außerdem zum Redner passen. Ist der Sprecher eher leise und schüchtern, wird es nicht gelingen, einen kraftvollen Redner zu imitieren.