Korrekte Kommasetzung – Kommaregeln einfach erklärt

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Hände, die rote Buchstaben halten. Korrekte Kommasetzung.
Deutsch ist eine Sprache, in der die Kommaregeln auf den ersten Blick komplex scheinen. Dennoch ist die korrekte Kommasetzung wichtig, sie hat manchmal großen Einfluss auf den Sinn des Satzes. Wie wichtig ein Komma sein kann, zeigt folgendes Beispiel:
        — Die Kinder aßen die Tiere nicht.
        — Die Kinder aßen, die Tiere nicht.

Einleuchtend, dass Kommas in privaten Schreiben, im Beruf und akademischen Arbeiten für das erwünschte Ergebnis richtig gesetzt sein sollte. 


Die 7 Kommaregeln im Deutschen


Die Kommasetzung hört sich schwieriger an als sie ist. Denn während vor der deutschen Rechtschreibreform insgesamt 52 Regeln für das richtige Komma zur Anwendung kamen, sind es inzwischen nur noch sieben. Hat man die einmal verstanden, fällt die Interpunktion schon viel leichter.  


Regel Nr. 1: Kommas in Haupt- und Nebensätzen

Ein Komma wird gesetzt, um zwei Hauptsätze oder aber einen Haupt- und einen Nebensatz voneinander zu trennen. Dass es sich um Sätze handelt, erkennst du daran, dass es mindestens ein Subjekt und Prädikat gibt, also ein Nomen und ein Verb in der gebeugten Form.

Beispiele:
        Zwei Hauptsätze: Ich gehe nicht zu der Feier, ich will heute noch arbeiten.
        Hauptsatz und Nebensatz, mit Konjunktion eingeleitet: Ich gehe nicht zu der Feier, da ich heute noch arbeiten will. 


Regel Nr. 2: Kommas bei Aufzählungen

Werden Substantive in Form einer Aufzählung aneinander gereiht, trennt man sie durch Kommas:
        — Seine Familie besaß Wohnungen, Häuser, Grundstücke.

Auch gleichwertige Adjektive trennst du im Text durch Kommas. Dass sie gleichwertig, also im Satz gleich gewichtet sind, erkennst du, wenn du das Komma durch ein „und“ ersetzen kannst.
        — Sie freute sich über die frischen, farbenfrohen Blumen.


Regel Nr. 3: Kommas zwischen Gruppen von Infinitiven

Infinitive, also ungebeugte Verben, die allein auftreten, müssen nicht durch Kommas abgetrennt werden. Werden Infinitive durch andere Wörter erweitert, handelt es sich um eine sogenannte Infinitivgruppe. Diese sollte um die Übersichtlichkeit willen durch ein Komma abgetrennt werden, auch wenn es nicht zwingend notwendig ist. 
        — Ihrer Mutter zu schreiben(,) das hatte sie in der Aufregung ganz vergessen.
        — Er bekam es auch nach Jahren nicht hin(,) bei der Arbeit pünktlich zu erscheinen.


Regel Nr. 4: Partizipgruppen mit Kommas abgetrennt

Wortgruppen, die die Partizipform eines Verbs enthalten, sind sogenannte Partizipgruppen, vergleichbar den schon erwähnten Infinitivgruppen. Auch sie können durch Kommas vom Rest des Satzes getrennt werden. Bei eingeschobenen Partizipgruppen wird vorher und nachher ein Komma gesetzt – oder auf beide Kommas verzichtet.
        — Singend und tanzend(,) kamen sie heim.
        — Sie kamen(,) singend und tanzend(,) die Straße entlang.


Kommas werden bei Partizipgruppen auf jeden Fall gesetzt wenn …
… die Partizipgruppe angekündigt wird:
        — Richtig, singend und tanzend, so hab ich sie kommen sehen. 

… die Partizipgruppe als Erklärung eines Substantivs oder eines Pronomens folgt:
        — Seine Tochter, singend und tanzend, kam die Straße entlang. 

… die Partizipgruppe am Ende eines Satzes als Nachtrag angeschlossen wird:
        — Seine Tochter kam die Straße entlang, singend und tanzend.


Regel Nr. 5: Knifflige Konjunktionen

Ein bisschen schwieriger wird es mit den Kommas bei Konjunktionen – denn es gibt solche, vor die man kein Komma setzt, wie „weder...noch“ und „sowohl...als auch“:
        — Er kann weder lesen noch schreiben.
        — Meine Mutter hat den Führerschein sowohl für Autos als auch für Motorräder.


Ebenfalls ohne Komma bleiben vergleichende Konjunktionen:
        — Dieses Buch ist dicker als das andere.
        — Mir schmeckt das Essen meiner Frau besser als das meiner Mutter.


Dafür müssen bestimmte Konjunktionen unbedingt von einem Komma begleitet werden, und zwar solche, die Gegensätze einleiten, wie andererseits, aber, sondern, doch und jedoch: 
        — Die Stadt ist schön, aber überfüllt.
        — Heute gibt es kein Kotelett, sondern nur ein vegetarisches Gericht.


Gerade hinsichtlich der Konjunktionen hilft übrigens viel Lesen – denn dadurch bekommst du ein Gespür für die Kommasetzung und musst nicht jedes Mal überlegen. 

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Regel Nr. 6: Kommas bei Erläuterungen in Zusätzen und Einschüben

Durch Kommas abgetrennt werden Zusätze, Ein- und Nachschübe, bei denen es sich um Erläuterungen zu einem vorangegangenen Wort oder Sachverhalt handelt. Sie werden in der Regel durch ein Komma vor und hinter dem Zusatz bzw. Einschub vom Satz deutlich abgehoben.
        — Meine Bücher, besonders die Gedichtbände, lese ich immer wieder. 

Die Kommasetzung und Positionierung machen bestimmte Satzelemente oft erst zu einem Zusatz oder einem Nachschub. Einleitende Formulierungen heben diese Gruppen neben dem (fakultativen) Komma hervor:
        — Tiere(,) wie Katzen und Hunde(,) können eine therapeutische Wirkung auf Menschen mit seelischen Problemen haben.


Regel Nr. 7: Anreden und Ausrufe – immer mit Komma 

Wenn du geläufige Ausrufe wie „Oh!“ oder „Ach!“ verwendest, aber auch bei der Einleitung von Sätzen mit „Hallo“ oder Anreden wie „Du“, wird nachher immer ein Komma gesetzt.
        — Ach, daran habe ich gar nicht gedacht!
        — Hallo, könnten Sie mir behilflich sein? 
        — Du, hast du übermorgen Zeit für mich?


Häufig gestellte Fragen 

Wo muss grundsätzlich ein Komma gesetzt werden?
Du musst immer ein Komma setzen
  • vor Teilsätzen, die nicht durch eine Konjunktion wie und/oder verbunden sind. 
  • zwischen Bestandteilen von Aufzählungen ohne dazwischenstehende Konjunktionen wie und/oder.
  • vor Hervorhebungen, Zusätzen, Ein- und Nachschüben.
Wie kann ich die korrekte Kommasetzung prüfen lassen? 
Wenn du dir bei einem wichtigen Text, also einer Bewerbung oder Facharbeit, nicht sicher bist, kannst du die Kommasetzung überprüfen lassen. Ein Lektorat gibt dir die Gewissheit, dass alle Kommasetzung Regeln korrekt angewendet wurden.

Ist die Kommasetzung im Englischen sehr viel anders?
Nein, die meisten beschriebenen Regeln, etwa zu aneinander gereihten Sätzen, Aufzählungen, Einschüben und Anreden treffen auch bei der Kommasetzung englisch zu. Es gibt jedoch Abweichungen, auch hier kannst du durch ein Korrektorat die Kommasetzung prüfen lassen, wenn du nicht sicher bist.