Was eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ausmacht

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Student sitzt an Büchern und arbeitet an der Bachelorarbeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Was eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring ausmacht
  2. Ziel der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring
  3. Vorgehensweise qualitativer Inhaltsanalyse
  4. Gütekriterien der qualitativen Inhaltsanalyse
  5. Vorteile und Nachteile der qualitativen Inhaltsanalyse
  6. Checkliste: Das ist zum Abschluss zu beachten
  7. Häufig gestellte Fragen
  8. Wie umfangreich darf die Forschungsfrage sein?
  9. Was kann eine qualitative Inhaltsanalyse noch leisten?
  10. Welche Bedingungen müssen die verwendeten Quellen erfüllen?

Mit einer qualitativen Inhaltsanalyse werden Daten ausgewertet, die aus verschiedenen Quellen stammen können. Die jeweils verwendeten Interviews können aus Zeitungsartikeln stammen, aus Fernsehbeiträgen oder Texten  verschiedener Autoren. Die qualitative Inhaltsanalyse dient dazu, menschliches Verhalten zu verstehen. Die Erklärung des Verhaltens steht dabei nicht im Fokus. Die einmal gewählte Technik für die Vorgehensweise ist unbedingt beizubehalten.

Ziel der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring


Philipp Mayring skizzierte fünf Schritte, wie mit einer qualitativen Prüfung erhobene Daten ausgewertet werden können und damit eine Forschungsfrage beantwortet werden kann. 

Das Ziel der qualitativen Inhaltsanalyse besteht darin, weniger Texte zu verwenden, um neue theoretische Erkenntnisse im Bereich deiner Forschungsfrage zu gewinnen.

Dabei es ist besonders wichtig, dass deine Forschungsfrage so präzise wie möglich formuliert ist, da du damit die Vorgehensweise bei der Analyse.

Mögliche Forschungsfrage für deine qualitative Inhaltsanalyse könnte so lauten:

Wie sieht die Zukunft der gedruckten Zeitung angesichts neuer Medien aus?


Vorgehensweise qualitativer Inhaltsanalyse

1. Festlegung des Materials
Um eine Forschungsfrage beantworten zu können, musst du dich zunächst einen Überblick über das Material verschaffen. Bei der Recherche ist es hilfreich, das Material gleich zu Beginn in Kategorien einzuteilen z.B.:
  • Zeitungsartikel
  • Zeitschriftenartikel
  • Radiobeiträge
  • Fernsehbeiträge
  • Forschungsberichte
2. Festlegung der Analyserichtung
Du musst weiter entscheiden, wer oder was das Ziel deiner Analyse ist. In deiner  Analyse kannst du solche Richtungen untersuchen:
  • den Text 
  • den Textproduzenten
  • die Gruppe
  • den Objektbereich
3. Bestimmung der Analysetechniken
Es existiert 3 Grundformen der qualitativen Inhaltsanalyse. Du kannst zwischen folgenden Techniken auswählen:
  • Bei der zusammenfassenden Inhaltsanalyse wird das untersuchte Material auf einen praktischen Kurztext reduziert.
  • Bei der explizierenden Inhaltsanalyse wird zusätzliches Material verwendet, wenn unklare Teile des Textes vorhanden sind, um die Wissenslücken zu erklären.
  • Bei der strukturierenden Inhaltsanalyse wird Material nach festgelegten Kriterien bewertet.
4. Definition der Analyseeinheit
Hier legst du fest, welche Maßeinheiten des Materials zum Analyseobjekt gemacht werden sollen. Die Kodiereinheit ist die kleinste zu bewertende Texteinheit. Gleichzeitig definierst du diese Analyseeinheiten auch als Elemente, mit du denen Kategorien erstellen kannst.

5. Interpretation der Ergebnisse
Die Interpretation deiner Ergebnisse besteht darin, dass du die erstellten Kategorien genau definierst. Auch solltest du bestimmen, welche Bestandteile der Texte in welche Kategorien fallen.

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Gütekriterien der qualitativen Inhaltsanalyse

Damit die Gütekriterien erfüllt sind, muss die qualitative Inhaltsanalyse valide und reliabel sein. Damit ist die Inhaltsanalyse nachvollziehbar. Deshalb musst du darauf achten, die Quellen nicht passend zur bereits gefassten Meinung zu suchen, sondern bei der Recherche stets die Forschungsfrage im Fokus zu halten. Andernfalls ist der Gewinn für die wissenschaftliche Erkenntnis gefährdet. Das unterscheidet die qualitative auch von der quantitativen Inhaltsanalyse, bei der eine größere Menge von Material zur Verfügung steht.

Deine qualitative Inhaltsanalyse sollte die Gütekriterien der qualitativen Forschung erfüllen:

Transparenz: Deine Forschung soll transparent und für au­ßen Ste­hende nachvollziehbar sein.

Intersubjektivität: Du solltest die subjektiv gewonnenen Daten reflektieren und diskutieren.

Reichweite: Du kannst ein ähnliches Verfahren wiederhollen und dabei ähnliche Ergebnisse erzielen.


Vorteile und Nachteile der qualitativen Inhaltsanalyse

Vorteile
yes Du bist nicht auf die Mitarbeit der Teilnehmer angewiesen.
yes Das ist eine transparente Methode, du solltest nur nach 5 klaren Schritten vorgehen.
yes Die Forschungsmaterial ist unabhängig von der Zeit verfügbar.
yes Die Forschung lässt sich wiederholt durchführen und die Vorgehensweise nachvollziehen, da diese Methode sehr flexibel ist.

Nachteile
no Die Texte lassen sich nicht in der Tiefe untersuchen, sondern nur anhand einiger von dir ausgewählter Merkmale. 
no Die Qualität der Analyse ist von den analysierten Inhalten und ihrer Relevanz abhängig. 
no Es ist zu kompliziert, einen komplett objektiven Kodierleitfaden und Kategoriensystem zu erstellen.


Checkliste: Das ist zum Abschluss zu beachten

✔️ Du kennst mir der einschlägigen Fachliteratur aus.
✔️ Deine Forschungsfrage ist klar formuliert und definiert.
✔️ Die Wahl des Materials ist für deine Forschung relevant.
✔️ Du hast die Richtung der Analyse begründet.
✔️ Dein Kategoriensystem ist klar und objektiv.
✔️ 3 Gütekriterien deiner Forschung sind erfüllt. 
 

Häufig gestellte Fragen

Gerade zu Beginn ist es nicht einfach, die Forschungsfrage präzise zu formulieren. Es besteht auch die Möglichkeit, weitere Unterfragen hinzuzufügen, auch wenn sich daraus insgesamt drei oder mehr Fragen ergeben. Die Fragestellung muss feststehen, bevor die Analyse beginnt. Außerdem ist bei der Fragestellung der aktuelle Forschungsstand zu berücksichtigen. Die qualitative Inhaltsanalyse baut auf diesen Erkenntnissen auf.
Für den Studierenden ist die qualitative Inhaltsanalyse eine große Herausforderung. Sie ist aber auch eine Chance, die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten unter Beweis zu stellen und dank systematischer Vorgehensweise einen Beitrag zur Forschung zu leisten. Dabei sollte der Studierende am Ende kritisch prüfen, ob er in jedem Abschnitt valide und reliabel gearbeitet hat. Außerdem muss die Trennschärfe der Kategorien klar erkennbar sein. Sind die gewählten Textstellen auch wirklich geeignet, um eine Interpretation zuzulassen, ist ebenfalls eine Frage, die sich ohne Zweifel beantworten lassen muss.
Alle verwendeten Materialien müssen:
  • Relevant
  • Authentisch
  • Repräsentativ
  • Glaubwürdig
sein. Das Material muss aber auch geeignet sein, die Forschungsfrage zu beantworten. Außerdem muss der Studierende darauf achten, dass der rote Faden in der Arbeit nicht abreißt. Denn wer mit aufwendig recherchierten Quellen weniger relevante Fragen umfangreich beantwortet, riskiert Punktabzug. Kann der Studierende nach gründlicher Sichtung der Unterlagen bejahen, dass die Quellen geeignet sind, beginnt der nächste Schritt.