Nicht teilnehmende Beobachtung – alles rund um das Thema

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Eine Studentin mit Pferdeschwanz führt die Beobachtung durch
Inhaltsverzeichnis
  1. Nicht teilnehmende Beobachtung – alles rund um das Thema
  2. Planung und Vorbereitung
  3. Durchführung
  4. Auswertung
  5. Vor- und Nachteile der nicht teilnehmenden Beobachtung
Auch die sogenannte nicht teilnehmende Beobachtung ist eine empirische Methode, die in der Feldforschung bei der Analyse menschlichen Verhaltens genutzt wird, vor allem in den Sozialwissenschaften, aber auch in der Anthropologie. In der Unterscheidung zur teilnehmenden Beobachtung, bei der du als Beobachter involviert bist, bleibst du bei dieser Forschungsmethode immer auf Distanz zu deinem Forschungsgegenstand. Du musst nicht einmal zugegen sein, um ein Ereignis zu beobachten. Stattdessen kannst du bei diesem Verfahren auf Ton- oder Videoaufnahmen zurückgreifen. 

Ein direktes Eingreifen, Kontakt, Befragen oder sonstige Interaktion mit den Personen, die du beobachtest, finden nicht statt. Du bleibst als Forscher hinter den Kulissen und wertest die gewonnenen Erkenntnisse später aus. Diese Form der Beobachtung ist beliebter, als du vielleicht denkst. Sie kommt häufig im Einzelhandel zum Einsatz, um Kundenzahlen, Kundenströme und Kaufverhalten zu beobachten und auf der Grundlage der gewonnenen Daten das eigene Angebot zu optimieren, indem festgestellt wird, welche Waren von welchen Besuchergruppen oder zu bestimmten Zeiten bevorzugt gekauft werden. 


Planung und Vorbereitung

Wenn du dich für eine nicht teilnehmende Beobachtung entscheidest, um auf dieser Basis eine Hausarbeit oder Abschlussarbeit zu erstellen, hast du dich schon im Vorfeld gegen die teilnehmende Beobachtung entschieden. Du bleibst unbeteiligter, distanzierter Beobachter. Andere Kriterien zur beobachteten Situation musst du jedoch noch planen.
 
Dazu gehört die Auswahl des Geschehens, des Ortes, an dem die Beobachtung stattfindet, und die Zeit, die du für dein Projekt festlegen willst. Außerdem musst du dich für bestimmte Vorgehensweisen bei der Durchführung und Auswertung entscheiden:
  • Offene vs. verdeckte Beobachtung 
  • Systematisches oder unsystematisches Vorgehen 
  • Sorgfältiges Zusammentragen der Informationen und späteres Anfertigen eines Protokolls

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Durchführung

Wenn es dann an die eigentliche Beobachtung geht, kannst du wählen, ob du offen oder verdeckt arbeiten willst. Bei der offenen Beobachtung wissen deine „Zielpersonen“, dass du sie beobachtest oder filmst. Das kann deutlichen Einfluss auf ihr Verhalten haben und so deine Resultate verfälschen. Bei einer verdeckten Beobachtung kannst du davon ausgehen, dass sich die Personen ganz normal verhalten, weil sie sich nicht der ständigen Beobachtung bewusst sind. Hier musst du allerdings datenschutzrechtliche Fragen klären und mit den erhobenen Daten verantwortungsvoll umgehen. 

Außerdem unterscheidet man zwischen der systematischen und der unsystematischen Beobachtung. Ein systematisches Vorgehen besteht darin, dass du schon vorher festlegst, auf welche Kriterien oder Kategorien du bei der Beobachtung besonderen Fokus legst. Eine unsystematische Beobachtung hingegen besteht darin, generell auf zu schreiben, was dir besonders ins Auge fällt. Dies lässt dir viel Spielraum, vorher unbeabsichtigte Resultate zu erzielen. 


Auswertung

Auch bei dieser Forschungsmethode fertigst du nach der Sichtung der Daten ein Beobachtungsprotokoll an, so wie bei einer teilnehmenden Beobachtung. Du ziehst deine Notizen, mögliche Fotos, Skizzen, Videos oder Tonaufzeichnungen der Beobachtungssituation hinzu, um deine Analysen zu untermauern. Bewegungsabläufe und Gesten werden genau beschrieben, und Gespräche werden transkribiert.
 


Vor- und Nachteile der nicht teilnehmenden Beobachtung

Die wissenschaftliche Beobachtung ist gut geeignet, um das Verhalten einer kleineren Gruppe oder Einzelpersonen systematisch zu beobachten. Bei nicht teilnehmender Beobachtung gibt es viele Vorteile, aber auch deutliche Nachteile. 

Zu den Vorteilen gehört zum Beispiel:
yes Die distanzierte Sichtweise durch Verzicht auf Teilnahme und die Möglichkeit, alles zu protokollieren.
yes Als Außenstehender durch eingehende Beobachtung Neues und Unbekanntes zu entdecken.
yes Vielseitige Einsatzmöglichkeiten und Auswertungsmethoden in der Literatur. 

Nachteile sind dabei:
no Die beobachteten Personen verhalten sich aufgrund der Beobachtungssituation anders als gewohnt. 
no Nicht überall kann die distanzierte Beobachtung eingesetzt werden. 
no Die Resultate sind nicht oder nicht immer repräsentativ für alle beabsichtigten Bereiche. 

Wie du siehst, hat die Methode ihre Grenzen, ist allerdings für eine Hausarbeit oder sogar Abschlussarbeit in Studiengängen im Bereich der Sozialwissenschaften sehr gut geeignet – vorausgesetzt du arbeitest sehr exakt und belegst die protokollierten Daten mit Aufzeichnungen und Notizen. Auf mögliche Abweichungen aufgrund der Beobachtungssituation kannst du hinweisen und sie bei der Einordnung der Ergebnisse berücksichtigen.