Formen der Beobachtung für die wissenschaftliche Arbeit

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Studentin notiert Ergebnisse in ein Notizbuch
Inhaltsverzeichnis
  1. Formen der Beobachtung für die wissenschaftliche Arbeit
  2. Einsatz der Beobachtung als Methode
  3. Qualitative und quantitative Beobachtung
  4. Verschiedene Formen der Beobachtung
  5. Offene und verdeckte Beobachtung
  6. Systematische und unsystematische Beobachtung
  7. Direkte und indirekte Beobachtung
  8. Feld- und Laborbeobachtung
  9. Selbst- und Fremdbeobachtung
  10. Teilnehmende und nicht teilnehmende Beobachtung
  11. Hinweise für die Durchführung
  12. Beobachtungssituation
  13. Beobachterposition
  14. Datenerhebung
Bei der Beobachtung handelt es sich um eine wissenschaftliche Methode, die zum Beispiel für Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten zum Einsatz kommt. Sie wird für die Untersuchung von Objekten, Phänomenen, Verhaltensweisen oder auch Vorgängen verwendet. Vor allem im Rahmen von sozialwissenschaftlichen Arbeiten kommt die Beobachtung zum Einsatz.

Es gibt eine Reihe von Formen der Beobachtung, die als Beobachtungsverfahren bzw. Beobachtungsmethoden bezeichnet werden. Sie eignen sich jeweils für andere Forschungsbereiche besser oder schlechter.
  • Definition Beobachtung: Mit der wissenschaftlichen Forschungsmethode der Beobachtung wird das Geschehene visuell oder auditiv untersucht. Jede Art von interaktivem oder sozialem Kontakt kann durch die Beobachtung erforscht werden.


Einsatz der Beobachtung als Methode


Wird ein neues Forschungsgebiet erschlossen, bietet sich die Beobachtung als Methode für die ersten Erkenntnisse sehr gut an. Vor allem dann, wenn eine Handlung über das sogenannte Ausdrucksgeschehen gedeutet wird, greift die Beobachtungsmethode. Denn über die gewonnenen Eindrücke lassen sich zum Beispiel die Mimik und Gestik der Zielgruppe in Relation zur Handlung setzen. Daraus lässt sich eine prüfbare Hypothese erstellen.


Qualitative und quantitative Beobachtung

Wie auch in allen anderen Forschungsbereichen wird hier zwischen der qualitativen und quantitativen Beobachtung unterschieden.

Die qualitative Beobachtung wird dazu genutzt, um das Geschehen interpretativ anzugehen, um die gesammelten Daten für die Erarbeitung neuer Hypothesen zu nutzen. Es wird also ein bestimmter Bereich – zum Beispiel die Internetnutzung – zu unterschiedlichen Zeitpunkten betrachtet – wie Beispiel zu Beginn einer Pandemie und im Pandemieverlauf. Die Daten könnten Rückschlüsse darauf zulassen, dass die Nutzer sich im Laufe der Zeit immer weniger für das Pandemiegeschehen interessieren, da die relevanten Suchanfragen gesunken sind.

Die quantitative Beobachtung soll dabei helfen, Daten zu erheben, die der Überprüfung einer bestehenden Hypothese dienen sollen. So lässt sich hier etwa nachprüfen, ob es stimmt, dass die Fachkompetenz von Frauen häufiger infrage gestellt wird als die von Männern. Dafür könnte man die Customer-Service-Gespräche für eine Computersoftware beobachten und analysieren.


Verschiedene Formen der Beobachtung

Bei der Methode der Beobachtung wird nicht nur zwischen qualitativen und quantitativen Forschungsansätzen unterschieden. Es gibt eine Reihe von Formen der Beobachtung, die jeweils für andere Bereiche besser anzuwenden sind. Wir zeigen nachfolgend die verschiedenen Formen auf und benennen die Vorteile.


Offene und verdeckte Beobachtung

Die Methode lässt offen, ob die Person weiß, dass eine Beobachtung stattfindet oder nicht. 

Vorteile
Die offene Beobachtung erlaubt es dem Forscher, möglichst nah am Geschehen zu sein. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass seine Präsenz bzw. das Wissen über die Beobachtung zu einer Verhaltensänderung führt. Eine verdeckte Beobachtung erlaubt daher eine Analyse des echten Verhaltens, stellt jedoch eine ethische Problematik dar. Vor allem dann, wenn das individuelle private Handeln untersucht wird.


Systematische und unsystematische Beobachtung

Die systematische Beobachtung setzt auf eine klare Struktur. Der Beobachter betrachtet die teilnehmende Person als nach festgelegten Kriterien. So könnte die Forschung zum Beispiel darauf ausgelegt sein, wie lange die Personen ein bestimmtes Objekt betrachten.

Eine unsystematische Beobachtung verzichtet nahezu komplett auf Vorgaben. Wenn überhaupt, werden grobe Kategorien für die Beobachtung vorgegeben. In einem solchen Forschungsablauf können die Beobachter zum Beispiel festhalten, wie häufig zu einem Objekt geschaut wird, ob es Schlagworte gibt, die die Aufmerksamkeit auf das Objekt lenken oder wie sie sich körperlich zum Objekt positionieren – die Möglichkeiten sind nahezu endlos.

Vorteile
Die systematische Beobachtung ist vor allem dann hilfreich, wenn mehrere Beobachter im Einsatz sind – so lässt sich eine Analyse leicht vornehmen. Die unsystematische Beobachtung lässt jedoch Freiraum, um auch Unerwartetes zu beschreiben und es gibt die Möglichkeit, neue Forschungsansätze zu ermitteln.


Direkte und indirekte Beobachtung

Die direkte Beobachtung bezieht sich auf einen festen zeitlichen Rahmen und das Verhalten der Personen zu diesem Zeitpunkt – wie verhalten sich Menschen während einer Demonstration. Die indirekte Beobachtung bezieht sich auf einen Bereich, der außerhalb des eigentlichen Verhaltens liegt – wie sieht die Innenstadt nach einer Demonstration aus? Wie wirkt sich die Demonstration auf das Transportverhalten in der Umgebung aus?

Vorteile
Die direkte Beobachtung lässt sich leicht kategorisieren und auswerten. Die indirekte Beobachtung erlaubt es, neue Zusammenhänge zu ermitteln, die sich jedoch nicht immer eindeutig nachweisen lassen.


Feld- und Laborbeobachtung

Forscher haben die Möglichkeit, die Personen unter Laborbedingungen zu beobachten oder im tatsächlichen Alltag (Feldbeobachtung). Im Labor könnte zum Beispiel untersucht werden, welche Zeitschriften sie zuerst greifen, wenn sie bestimmte Nachrichten oder Keywords präsentieren. Eine Feldbeobachtung könnte darauf basieren, Zeitschriften mit den Keywords in einem Regal zu platzieren, um zu sehen, ob die Kunden vermehrt danach greifen.

Vorteile
Ein klarer Vorteil der Feldbeobachtung ist, dass man ein natürliches Verhalten beobachtet. Der Nachteil besteht darin, dass die Feldbeobachtung recht schnell an ihre Grenzen stößt. Die Arbeit in einem Labor gibt dem Forscher ein hohes Maß an Kontrolle und die Auswertung der gesammelten Daten ist einfacher zu realisieren. Gleichzeitig kann die Laborumgebung das Verhalten der Probanden beeinflussen.

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Selbst- und Fremdbeobachtung

Die Beobachtung kann entweder durch eine außenstehende Person an einem Probanden durchgeführt werden oder der Proband führt die Beobachtung selber durch. 

Vorteile
Die Selbstbeobachtung erlaubt es, physische Änderungen zu benennen. Auch Gefühle oder das eigene Empfinden lassen sich hier beobachten. Allerdings ist es eine subjektive Wahrnehmung, die sich im Rahmen einer Forschung nicht validieren lässt. Die Fremdbeobachtung erlaubt es, einen objektiven Blick auf die Situation zu haben, aber die Möglichkeiten der Beobachtung sind eingeschränkt.


Teilnehmende und nicht teilnehmende Beobachtung

Das klassische Beispiel für eine teilnehmende Beobachtung bzw. nicht teilnehmende Beobachtung ist eine Diskussionsgruppe. Der Beobachter kann ein aktiver Teil der Diskussion sein oder als außenstehende Person lediglich beobachten, was geschieht.

Vorteile
Ist der Beobachter Teil des Geschehens, entfaltet sich die Situation in der Regel recht natürlich, da die Personen nicht das Gefühl haben, beobachtet zu werden. Als nicht teilnehmender Beobachter hat man jedoch die Möglichkeit, die Vorgänge umfassend zu protokollieren und kann seine Aufmerksamkeit gezielt auf die relevanten Kriterien lagern.


Hinweise für die Durchführung

Ob eine Hypothese erarbeitet werden soll oder zu überprüfen ist - wird die Beobachtung nicht richtig durchgeführt, gibt es eine Reihe von möglichen Fehlerquellen. Daher ist bei der Durchführung von Beobachtungen auf einiges zu achten.


Beobachtungssituation

Die Beobachtungssituation benennt, wie und wo die Beobachtung stattfindet. Hier ist es nicht nur wichtig zu entscheiden, ob es sich um eine offene oder verdeckte Beobachtung handelt, sondern auch, ob eine Feld- oder Laborbeobachtung die bessere Wahl ist. 

Grundsätzlich erhöht sich die Schwierigkeit einer Feldbeobachtung, je mehr Menschen beobachtet werden und je größer das relevante Areal ist. Gleichzeitig erlauben größere Feldbeobachtungen das Erarbeiten von allgemeinen Hypothesen. Die Beobachtungssituation sollte also passend zum relevanten Forschungsansatz sein.


Beobachterposition

Die Beobachtungsposition platziert den Beobachter innerhalb oder außerhalb des Geschehens und bestimmt, ob es sich um eine Selbst- oder Fremdbeobachtung handelt. Wird eine nicht teilnehmende Beobachtung gewählt, muss der Beobachter sich komplett aus dem Geschehen entziehen. Selbst scheinbar kleine Interaktionen wie das Lachen über einen Witz oder ein Kopfschütteln zu einer Aussage können die Dynamik des Geschehens beeinträchtigen.


Datenerhebung

Die Wahl der Datenerhebung wird unter anderem darüber bestimmt, ob eine Hypothese erstellt oder überprüft werden soll. Auch die Anzahl der Probanden und das Umfeld spielen hiermit ein. Wichtig ist, dass die Daten eine Auswertung zulassen, die für die Forschungsfrage relevant ist.